Die Einfachheit der Dinge

Hooray! Der Pfefferminzprinz hatte Geburtstag! Pfefferminzprinz? Ja! Pfefferminzprinz. Das ist mein Spitzname für meinen Herzschatz. Wer sich fragt, wieso ebenjener diesen Spitznamen hat (oder sich vielleicht auch nicht fragt), bekommt hier die Antwort. Jedes Jahr gegen Ende des Sommers kocht mein Schatz „die Suppe“, das ist ein uralter Emailletopf voll mit Kräutern – die er ab dann jeden Morgen zum inhalieren nutzt (und selbstredend regelmässig neu ansetzt). Das ist ein supergruseliges Gebräu –  allerdings ist Herzschatz auch durchweg weniger erkältet als ich.

Zusätzlich mischt er sich eine Salbe für die Nase, die hauptsächlich aus Babycreme mit Pathenol und Teebaumöl besteht. Und wenn er dann abends das Badezimmer verlässt, hängt im Bad noch der Duft von Teebaumöl.

Am Anfang unserer Beziehung kannte ich „die Suppe“ noch nicht, das mit dem Teebaumöl (in hartnäckigen Wintern auch Tigerbalm) hab ich sehr schnell herausbekommen. Wir haben uns nämlich im Februar kennengelernt *lach*

So. Und wer jetzt noch nicht vollends abgesprungen ist und sich denkt: Ohje… was für komische Menschen – wird im Nachgang mit dem Lieblingsschokokuchen von Herzschatz belohnt, den es anlässlich seines Geburtstages gab. Den 2. Kuchen (Himbeer) gibt es dann im nächsten Beitrag.

Lieblingsschokoladenkuchen

Er besticht durch sein unspektakuläres Auftreten. Er ist nicht sehr süß, eher herb und leicht bekömmlich.

Allerdings ist dieser Schokoladenkuchen ein Verwandlungskünstler. Pur kommt er fast harmlos wie ein Brownie daher. Pimpen mit Sahne ist die einfache Möglichkeit noch etwas rauszuholen. Leicht warm mit Vanilleeis ist er unschlagbar, und wenn man noch einen Rest Fruchtmark (in diesem Falle Himbeer) übrig hat, ist der Kontrast von Schokolade und der Säure von der Frucht der Brüller! Zum Kaffee genauso geeignet, wie als Nachspeise!

200 g dunkle Schokolade (hier gilt die Devise: GUTE Schokolade nehmen. Entweder Lindt 70% in Einzelteile zerbrochen, oder Callebaut-Pellets mind. Nr. 811 und Valrhona geht natürlich immer!)

180 g Süßrahmbutter in Stücke geschnitten

1/2 ausgekratzte Masse von einer Vanilleschote

145 g feinster Backzucker

40 g Mehl (405), gesiebt

60 g gemahlenen Mandeln, am besten nochmals mit der Küchenmaschine gehäckselt

1 Prise Salz

1/2 TL Backpulver

4 Eiweiß, zu Schnee aufgeschlagen

4 Eigelb

Die Butter mit der Schokolade und dem Vanillemark erwärmen, bis eine homogene Masse entsteht. Vom Wasserbad nehmen kurz abkühlen lassen. In der Zwischenzeit die Eigelbe mit dem Zucker schaumig schlagen, die Schokoladenmasse langsam einrühren. Mehl mit Mandeln, Backpulver und Salz mischen und bei niedriger Stufe einrühren lassen. Sobald alles vermengt ist, 1/3 des Eischnees zügig einrühren, die restlichen 2/3 vorsichtig von Aussen nach Innen einarbeiten.

Entweder die Masse in eine gefettete, bemehlte Porzellantarteform 23 cm einfüllen oder in eine beschichtete 26 cm-Form mit herauslösbarem Boden, Tarteform wie auch die haushaltsübliche Springform sind geeignet.

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Der Kuchen wird bei 180 C Ober-/Unterhitze ca. 35-45 min gebacken, auf der mittleren Schiene. Sollte der Kuchen an den Rändern zu sehr dunkeln, bitte abdecken. Stäbchenprobe! Eher zu früh als zu spät aus dem Ofen nehmen. Er zieht noch nach und soll nicht zu trocken werden.

Wie oben bereits beschrieben genießen!

Viel Spaß

 

 

 

 

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Was soll das? – Alexanderkuchen nach H.Grönemeyer

Als Zugpendler versucht man ja immer irgendwie die Geräusche auszublenden. Als ich vor ca. 6 Jahren das pendeln angefangen habe, war meine erste Anschaffung ein iPod. Mittlerweile nutze ich den fast nicht mehr, da ich fast nur noch Podcasts über mein Tablet höre, oder netflixe.

Da ich 5 Tage die Woche pendel, aber kein Podcast das alleine wuppen kann *g*, höre ich mehrere. Je nach Stimmung. Zur Zeit höre ich immer mal wieder eine Folge von „Alles gesagt?!“ – sehr empfehlenswert. Die Stimmen der beiden Moderatoren sind unfassbare Ohrenschmeichler 🙂

Diese Woche habe ich mir das „Interview“ mit Herbert Grönemeyer angehört. Und da bei diesem Podcast immer gegessen und getrunken wird, wurde hier unter Anderem der Lieblingskuchen von Herrn G. verkostet. Da er so geschwärmt hat, war natürlich meine Neugierde geweckt. Hier also das Ergebnis.
Alexanderkuchen n. H. Grönemeyer
Teig:

250 g Mehl (ich 405)

140 g Butter (kalt gestückelt)

2 schwach gehäufte EL Zucker

1 Prise Salz

1 Eigelb

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zügig zu einem Mürbteig verarbeiten, mind. 30 min kalt stellen, danach in zwei Hälften teilen und Teil 1 zwischen zwei Stück Backpapier ausrollen (so gut es ergeht, der Teig ist wahnsinnig brüchig) Teil 2 im Kühlschrank parken. Mit Hilfe des Backpapiers den Teig in eine Tarte-/ oder Springform v. ca 20 cm bugsieren und andrücken. Dabei einen etwa 2 cm hohen Rand stehen lassen.

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Füllung:

3 großzügige EL Aprikosenmarmelade

250 g Magerquark (ich 20%iger)

4 schwach gehäufte EL Zucker

1 Eigelb

Den Boden des Kuchens mit der Marmelade großzügig bestreichen, aber darauf achten, dass der Rand nicht mitbestrichen wird (ist mir nicht immer gelungen) – sonst klebt der Kuchen zu fest an der Form.

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Den Quark mit dem Ei und dem Zucker gründlich verrühren und auf die Marmelade geben. Auch hier den Rand (nach Möglichkeit frei lassen).

Wie vorher jetzt Teil 2 des Teiges ebenfalls zwischen dem Backpapier ausrollen und den Kuchen damit abdecken. Die Ränder gut verschließen. Das geht am besten mir den Fingern oder einer Gabel. Vorsichtig kleine Luftlöcher in den Deckel stupfen (Gabel).

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In den vorgeheizten Ofen 180 C Ober/Unterhitze etwa 40 min backen. Es kommt keine Eistreiche auf den Kuchen! Er sollte oben etwas bräunen, aber nicht zu sehr.

Nach dem Backen komplett abkühlen lassen, mit Puderzucker bestäuben und vorsichtig aus der Form lösen. Er ist nach wie vor sehr brüchig.

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Epilog:

Uns schmeckt er. Es ist jetzt nicht die hohe Kunst der Patisserie, aber doch sehr lecker zu Kaffee oder Tee. Der Aufwand hält sich in Grenzen und die Materialien hat man meist eh im Haus. Geschmacklich erinnert er mich etwas an Spitzbuben.

Viel Spaß!

Indisch für Anfänger – oder mein Chicken Tikka Masala

Hmmmm. Indisches Essen….. ich kenne niemanden, der es nicht liebt. Die Tiefe der Gewürze, die Aromen, der Geruch, die Vielfalt…. gepaart mit Naan-Brot und/oder Reis immer eine feine Sache.

Witzigerweise habe ich bisher immer am besten in Großbritannien indisch gegessen. Da kommt auch „mein“ Rezept für Chicken Tikka Masala her. Der Nachkocher sei gewarnt, es entpuppt sich schneller als erwartet als „spicy“. Also gerne artgerecht abwandeln.

Auch die Planung sei kurz erwähnt. Sicherlich kann man viele Rezepte ändern und den eigenen Ansprüchen anpassen – aber: das Huhn sollte über Nacht mariniert werden!

Deshalb fange ich damit auch an. Wer sich fragt, für wie viele Personen: 2 großzügig bemessen, es bleibt vermutlich etwas über, aber aufgewärmt schmeckt es ebenso hervorragend, schärft aber gerne noch nach.

Vorbereitungen am Vortag:

Halbes Huhn inklusive Knochen und Haut in mundgerechte Stücke teilen und im

Saft von 2 Zitronen und

1 TL Salz

ca. 10 min ziehen lassen.

In der Zwischenzeit

150 g Naturjoghurt mit

2 cm geriebenem Ingwer und

3 geriebenen Knoblauchzehen

1 TL Kreuzkümmel

1 TL Garam Masala und

1 TL geräuchertem Paprikapulver verrühren und die Hühnerstücke darin in einer abgedeckten Schüssel über Nacht im Kühlschrank marinieren. Das sieht etwas komisch aus, aber das Ergebnis gibt der Sache recht 🙂

Folgetag:

Das marinierte Huhn so aus dem Kühlschrank nehmen, dass es Raumtemperatur bekommt.

Währenddessen die Soße herstellen:

In einer großen Pfanne

2 feingeschnittene Zwiebeln

in neutralem Öl oder Ghee bei niedriger Temperatur Farbe bekommen lassen.

3 cm geriebenen Ingwer gemeinsam mit

3 geriebenen Knoblauchzehen dazugeben und kurz anziehen lassen.

1 TL Zimt mit den Samen von

6 grünen Kardamomkapseln,

1 TL Salz

3 Nelken

1 TL Bockshornklee (hab ich nicht bekommen, also ohne) mörsern und in die Pfanne geben.

Kurz rösten, bis die Gewürze duften. Mit

1 Dose stückige Tomaten (ca 300 g) und ca.

200 ml Wasser ablöschen.

Etwa 10 min. köcheln lassen. In ein hohes Gefäß umfüllen und kurz mit dem Zauberstab pürieren. Zurück in die Pfanne geben.

1 TL Zucker ein

paar Spritzer Zitrone und

1 TL Garam Masala zugeben

1 grüne Chilischote inklusive Kerne (!) längs vierteln und mitkochen lassen.

Den Backofen auf Grill und höchste Stufe stellen.

Die Hühnchenteile aus der Marinade nehmen, in eine Kasserolle legen und ca. 10 min. in den Grill geben. Rausnehmen, wenn die oberen Spitzen anfangen schwarz zu werden.

Etwas abkühlen lassen.

Die restliche Marinade in die Pfanne geben und aufkochen lassen. ggf. mit

Paprika und

Salz und

Zitrone nochmals abschmecken.

Die ausgekühlten Hühnchenstücke von den Knochen lösen, die Haut entfernen (kann man auch lassen, wenn einen die Bastelarbeit beim Essen nicht stört).

Die Soße mit einem Schuß

Sahne verfeinern.

Koriander gehackt und

Frühlingszwiebeln gehackt zugeben

Hühnchen in die Pfanne und heiß werden lassen.

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Wir hatten Reis dazu und Weißbrot, weil wir kein Naan da hatten. Es ist sehr, sehr lecker. Mutige essen die grüne Chili (Herzschatz) und exen danach ein Bier *lach*

Viel Spaß!

Windige Geschichten, oder: Windbeutel französisch gefüllt

nach einer kurzen innerlichen Backsperre – den über 30 C in der Dachgeschoßwohnung geschuldet, melde ich mich zurück. Hurra! 😉

Als Kind kannte ich nur den Windbeutel, der mit purer Sahne (und etwas Dosenobst) gefüllt waren. Gerne in Form eines Schwanes. Ja. Ich bin in den 80ern aufgewachsen! Diese Dinger habe ich immer verweigert und würde sie auch heute noch nicht essen. Pure Sahne in einem trockenen Gebäck widerstrebt mir.

Mittlerweile habe ich aber viele, viele Rezepte gelesen, die sich eben NICHT nur mit Sahne begnügen. Windbeutel gibt es ja international in allen Größen und Formen. Ob als Profiteroles mit Schokoladenüberzug, als Eclairs mit Mousseline innen oder als St. Honoré – Torte mit Karamell aussen. Einen ganz besonderen Stellenwert hat für mich der/die/das Choux, der etwas größere Windbeutel, in meinem Fall mit einer Craquelin bedeckt. Eine Craquelin ist schnöde ausgedrückt eine Streuselteig, den man dünn ausrollt, auf den ungebackenen Windbeutel auflegt der die ganze Sache etwas knuspriger macht. Viele mischen die Craquelin mit Lebensmittelfarbe um es etwas bunter zu gestalten. Ich mag es lieber natürlich.

Heute gibt es von mir ein Experiment. Ein Choux Craquelin, gefüllt mit einem Windbeutel. Jawoll. Nein- ich habe mich nicht verschrieben. Das ist schon richtig. Ein Windbeutel mit einem Windbeutel gefüllt :). Aber von Anfang an:

oft sehe ich ein Bild bei Google oder schaue mir ein Video an, dass mich dann längere Zeit beschäftigt und ich rumhirne, wie ich das meinem Geschmack anpassen könnte. Klar, die Basis für Teige usw. sind vorgegeben. Wie sagt mein Herzschatz: Backen ist nicht Kochen. Da muss man sich ja an Mengenangaben halten. *lach* Und trotzdem will man ja ein Backwerk individualisieren (<- schweres Wort)

Und so bin ich auf das heutige Tagwerk gekommen:

Ein Choux Craquelin, gefüllt mit echter Konditorcreme (nach Christophe Felder), mit Rum und Joghurt verfeinert. Einem Kompott aus Ananas und einem Miniwindbeutel mit weißer Schokolade.

Wie so oft, habe ich leider keine ZwischenschrittBilder, aber ich bemühe mich, es deutlich zu erklären. Es lohnt sich, auch wenn es nach viel Aufwand klingt. Vieles habe ich mir sehr einfach gemacht und zudem gibt es immer Wartezeiten, die einem ermöglichen kurz mal die Küche aufzuräumen …. *lach*

Zum Rezept:

Echte Konditorcreme (am besten am Vortag zubereiten)(1):

500 g Vollmilch

1 Vanilleschote

120 g zucker

6 Eigelb

50 g Maisstärke

50 g Butter in kleine Stücke geschnitten, kalt stellen bis zu Verwendung

Aus der Vanilleschote das Mark herauskratzen und gemeinsam mit der Schote in die Milch geben. Die Milch langsam zum kochen bringen. Wenn die Milch kocht vom Herd ziehen und 10-15 min ziehen lassen.

Die Eigelbe mit der Maisstärke und dem Zucker verrühren, darauf achten, dass die Eier NICHT schaumig geschlagen werden.

Milch erneut aufkochen und langsam in einem feinen Strahl in die Maisstärke-Eier-Zuckermischung einrühren. Langsam – die Eier dürfen natürlich nicht flocken und können sich durch den feinen Strahl langsam an die Hitze angleichen.

Wenn alles verrührt ist durch ein Sieb zurück in den Topf schütten. Bei mittlerer Hitze die Masse langsam erhitzen, bis sie anfängt zu stocken. Von der Herdplatte ziehen, etwa 2 min. weiterrühren. Dann die Butter aus dem Kühlschrank unterziehen. Die Masse glänzt jetzt schön. Sofort mit Klarsichtfolie luftdicht abdecken und kalt werden lassen, dann in den Kühlschrank – am besten über Nacht.

Brandmasse:

160 g Wasser

160 g Vollmilch

2 g Salz

5 g Zucker

144 g Butter in kleine Stücke geschnitten

180 g Mehl (405)

5 Eier verquirlt

Alle Zutaten ausser dem Mehl und die Eier in einem Topf erhitzen, bis das Wasser-Milch-Gemisch anfängt zu simmern. Topf von der Herdplatte ziehen. Das Mehl in einem Schwung (!!) zugeben und sofort mit einem Holzlöffel verrühren. Warum es ein Holzlöffel sein muss ist mir nicht ganz klar, ich habe bereits Plastik- und Holzlöffel benutzt, für mich ist kein Unterschied erkennbar 🙂 Aber ich will das Rezept ja richtig weitergeben *lach* – also: Holzlöffel!

Dann den Topf wieder auf die Herdplatte bei mittlerer Hitze stellen und emsig rühren! So lange, bis sich ein feiner, weißer Film am Boden des Topfes bildet – oder etwa 3 min.

Den Teig dann in eine Küchenmaschine mit dem dritten Haken (bei mir ist das der „K“-Haken – nicht der Rührbesen und nicht der einstrebige, ich nehme den auch gerne für Mürbeteig) geben und kurz abkühlen lassen. Bei kleinster Stufe rühren und gaaaanz langsam die Eier einlaufen lassen. Kurz bevor die Eier komplett aufgebraucht sind, prüfen, ob der Teig bereits geschmeidig ist und schön reisst. Er sollte glänzen und sich vom Haken innerhalb von 3-4 sec fallen lassen (sagt der Topless Baker). Ich glaube, das ist eine ganz gute Hilfe.

Herd auf 160 C Umluft vorheizen.

Mit einem Spritzbeutel für die Inlays in die großen Windbeutel ca. 1×1 cm große Tupfen auf ein mit Backpapier belegtes Blech spritzen, die entstehenden Spitzen mit nassem Finger runterdrücken und ca. 15 min backen, bis sie goldbraun sind. Auskühlen lassen.

Für die großen Windbeutel: Masse ca 6×6 cm auf ein mit Backpapier belegtes Blech spritzen aber das Blech dann kurz in den Froster geben, bis die Craquelin gemacht ist.

Craquelin:

70 g Butter

90 Zucker

90 g Mehl

kurz von Hand verkneten, bis ein Teig entsteht, Kugel formen und zwischen zwei Klarsichtfolien geben. So dünn wie möglich (2 mm) ausrollen und kühlen.

Windbeutel zum Backen vorbereiten:

Windbeutel aus dem Froster holen. Craquelin aus dem Kühlschrank nehmen. ca. 3×3 große Kreise aus der Craquelin ausstechen und vorsichtig, mittig auf die Windbeutel legen. Leicht andrücken.

In den Ofen schieben, da. 30 min. backen. Achtung: Ofentür erst öffnen, wenn der Teig schon Farbe hat. Sonst fällt der Windbeutel zusammen und die Mühe war umsonst. Ich hatte meinen Timer auf 25 min gestellt, je nach Tiefkühlgrad der Windbeutel dauert es etwas länger mit dem Backen.

Die Windbeutel nach dem backen vollständig auskühlen lassen.

Füllung Mini-Windbeutel:

etwas (2 EL Chips) weiße Schokolade schmelzen und mit der kleinsten Tülle am Spritzbeutel, oder einer gefalteten Backpapiertüte , oder wie ich mit einer Plastikspritze ohne Kanüle von der geschmolzenen Schokolade aufnehmen und in die kleinen Scheisserchen spritzen. Kalt stellen.

Ananas-Kompott:

1 mittlere Dose Ananas

Abtropfen lassen, Ringe sehr klein schneiden, nochmals abtropfen lassen, mit etwas Zitronensaft mischen.

Echte Konditorcreme (2):

gekühlte Konditorcreme

150 g Joghurt

2 cl Rum

Aus dem Kühlschrank nehmen, mit einem Schneebesen kräftig durchrühren, 150 g Joghurt und Rum untermischen, gut verrühren.

Fertigstellen:

Große Windbeutel mit einem guten Sägemesser aufschneiden, einen TL Ananasstücke einfüllen, Mini-Windbeutel reinlegen, mit der Konditorcreme komplett füllen (am besten mit einem Spritzbeutel und der einfachen runden Tülle, mit einem Stückchen Ananas dekorieren und den abgesägten Deckel schräg auflegen. Ggf. noch ein paar Streifen weißer Schokolade dekorieren.

Wer sowohl Windbeutel wie auch Konditorcreme übrig hat, kann das natürlich auch miteinander verbinden. Das wurde hier auch gemacht und schmeckt sehr gut. Ist halt weniger spektakulär *g*, aber wir haben ja Obstsaison, und mit Erdbeeren sicherlich auch eine super feine Sache!

Viel Spaß!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tha mi cinneteach gum bi mi’a tillheadh do dh’Alba (3)

Aller guten Dinge sind drei. Nach diesem Beitrag soll vorerst mal Schluss sein mit meiner Schwärmerei für Schottland. Vielleicht habe ich ja mit meinen paar Bildern doch jemanden angefixt, mal nach Schottland zu reisen. Auch was das „normale“ Essen angeht: Wir haben nur 1 x wirklich, wirklich schlecht gegessen, hätten es besser wissen sollen und wollten aber nicht hören.

Das berüchtigte englische Frühstück kann man, muss man aber nicht. Wir wurden überall gefragt, in welchem Ausmaß wir das „real scottish breakfast“ haben wollen. Auf Haggis haben wir immer verzichtet (Schande über uns!), aber Herzschatz hatte tatsächlich einmal „black pudding“. Rührei, Schinken, Toast usw. gab es eh immer. Eines sei noch zu bemerken: Wir möchten bis Mitte August keine Pommes essen 🙂

Whisky haben wir tatsächlich nicht einmal getrunken. Aber der Geruch mancher Destille hat auch gereicht. Wir sind keine Whisky/Whiskey-Trinker. Wir haben aber welchen mitgebracht, der wird irgendwann in ruhiger Minute verkostet 🙂

Über Schafe können wir eine Doktorarbeit schreiben. Highland-Rinder sind super. Der Schotte an sich ist sehr, sehr nett und die Isle of Skye (Bild oben) ist so schön, dass man weinen möchte.

Im Sinne von „Deeds not Words“ hier noch mein vorerst letztes Rezept zum Thema Schottland (es werden irgendwann bestimmt noch welche folgen):

Millionairs Shortbread

Teig:

115 g gesalzene Butter

175 g Mehl (405)

55 g Rohrucker

Zügig zu einem Teig verkneten, ausrollen (Achtung klebt!) und eine eckige Form (ca. 23 cm Länge) auskleiden. Keinen Rand hochziehen! Ich habe eine kleine Alu-Auflaufform genommen. So ein eckiger Backrahmen geht aber auch.

Bei vorgeheizten 180 C ca. 25 min. backen. Jeder Ofen ist anders. Bei mir sind es knapp 20 min. gewesen.

Auskühlen lassen. Die Zeit kann man hervorragend nutzen um das Karamell herzustellen:

175 g ungesalzene Butter

115 g Rohrzucker

3 (4) EL Grafschafter Heller Sirup (im Original: Golden Syrup)

1 Dose (ca. 400 g) gezuckerte Kondensmilch (z.B. Milchmädchen-ich habe eine russische Marke=397 g)

Alles in einem Topf langsam erhitzen und rühren (brennt leicht an) – bis sich der Zucker und die Butter komplett aufgelöst haben. Dann die Hitze hochdrehen, bis die Masse anfängt zu kochen. Auf 116 C erhitzen lassen – wer kein Zuckerthermometer hat: das kann gut und gerne 10-15 min dauern. Auf den Kuchenboden gießen und komplett auskühlen lassen, am besten im Kühlschrank.

Topping:

200 g Zartbitter-Kuvertüre oder Schokolade im Wasserbad schmelzen. Vorsichtig auf das Karamell geben. Auskühlen lassen.

 

Da Anschneiden funktioniert mit einem „warmen“ Messer ganz gut. Leider springt bei mir trotzdem immer ein wenig die Schokoladenglasur.

Schmeckt in kleinen Stücken „yummy“, ist aber sehr mächtig.

Viel Spaß!

Zum Schluß noch ein paar Impressionen von Schottland – sorry…. kann es nicht lassen 😉

 

Tha mi cinneteach gum bi mi’a tillheadh do dh’Alba (2)

So. Teil 2. Als Beitragsbild zu sehen ist die erste Etappe unserer Rundreise. Ich wollte unbedingt die Kelpies sehen. Wer es nicht kennt: Es sind riesige Pferdeköpfe wie man sieht. Die Legende sagt, dass die Kelpies Wassergeister sind, die in vollendeter Schönheit den Kopf aus dem Wasser strecken und an Land kleine Kinder dazu bringen wollen, auf ihrem Rücken zu reiten. Wenn die Kinder dann aufgestiegen sind, gehen sie mit ihnen ins Wasser um sie unter Wasser zu fressen. Tja… damit will/wollte man Kindern beibringen nicht zu nah ans Wasser zu gehen. Bei den vielen Seen macht das in Schottland ja durchaus Sinn. Zimperlich ist der Schotte in seiner Ausschmückung nicht.

Als Rezept gibt es heute das Ayrshire Shortbread, Ayrshire ist der Ort in dem die Autorin des Backbuches „Simply Scottish Bakes and Cakes“ Karen H. Grieve lebt. Wer Shortbread kennt wird etwas überrascht sein. In diesem Shortbread fehlt zur Gänze der leicht salzige Abgang. Es ist ein sehr mürber, buttriger Keks. Der zum Tee oder auch zum Kaffee sehr lecker ist.

Rezept:

200 g Mehl

25 g Maisstärke

115 g ungesalzene Butter, in Würfel geschnitten

115 g Zucker

1 Eigelb

2 (3) EL Sahne – Die Angabe Tablespoon in UK ist etwas grösser als ein EL in Deutschland

Die Sahne mit dem Eigelb verquirlen.

Die restlichen Zutaten zügig zu einem Teig kneten, nur soviel von der Sahne Eigelb-Mischung zugeben, bis ein geschmeidiger Teig entsteht. Das kann man mit der Küchenmaschine machen, geht aber durchaus recht schnell von Hand.

Ca. 5 mm dick ausrollen, Kreise ausstechen (oder jede andere Ausstechform) und bei vorgeheizten 150 C backen, bis die Kekse goldbraun sind. Laut Buch dauert das ca. 15 min. Bei mir hat das wesentlich länger gedauert. Trotzdem wurden sie nicht so schön goldgelb wie im Backbuch. Wenn sie noch heiß sind, sind sie sehr zerbrechlich. Also gut auskühlen lassen. Ergibt 10 Stück. Bei mir: 11 große Kekse und den Rest in Streifen 🙂

Hier noch ein paar Fotos von unserem Trip durch Schottland…. viel Spaß. Mittwoch gibt es dann das Millionair Shortbread….

Tha mi cinneteach gum bi mi’a tillheadh do dh’Alba (1)

264Schottland ist schön. Wunderschön. So schön, dass man Schottland, die Landschaft, den Himmel und die Menschen zwar fotografieren kann, aber nicht wirklich im Bild festhalten. Das Gefühl, dass einen umgibt, kurz nachdem die Sonne aus den Wolken bricht – es kurz zuvor noch leicht geregnet hat, und man in einem Feenwald steht, kann man einfach nicht beschreiben. Dicht bewachsen mit Tannen, Farnen und Laubbäumen, die umgestürzten Reste uralten Gehölzes mit Moos überwuchert …. *hach*… herrlich.

Wer schon einmal in Großbritannien war weiß, dass der Brite an sich unfassbar freundlich ist. Höflich, korrekt und ein Meister im Schlangestehen. All diese Klischees haben sich nach meiner Erfahrung bestätigt. Der Brite in UK hat nichts mit dem Engländer auf Mallorca zu tun. Als würde er unter der Sonne transformieren 🙂

Ich war bereits mehrfach in London. Herzschatz ebenso. Deshalb fiel letztes Jahr der Entschluss, mal über den Tellerrand hinauszuschauen und eine kleine Rundfahrt durch Schottland zu planen. Dazu hatten wir Folgendes veranschlagt: Edinburgh (Ankunft + 1 Tag Edinburgh fix gebucht), dann Mietauto holen, 2 Nächte B+B auf eigene Faust suchen. Im Anschluß hatten wir 2 Übernachtungen auf einen Boat + Breakfast in Inverness (fix gebucht). Weiterfahren (inkl. Isle of Skye 1 x B+B), dann von der Isle of Skye Richtung Edinburgh (unterwegs 1 x B+B) um dann in Edinburgh den Mietwagen – der brav gespurt hat – abzugeben, danach noch einen ganzen Tag in Edinburgh zu verbringen, um am Folgetag wieder nach Hause zu fliegen.

Ich werde diesen Blog dazu nutzen, ein paar Erlebnisse, Eindrücke und natürlich meine Erinnerungen festzuhalten.

Zudem ist mein Plan, auch wieder ein (oder mehrere) Ur-Britische(s) Rezept(e) zu veröffentlichen, denn NATÜRLICH habe ich mir in Schottland ein Backbuch gekauft – alle Rezepte unter dem Motto Schottland werden aus diesem Backbuch sein. Erprobt, probiert und für gut befunden.

Soweit bis hier. Am Sonntag folgt Teil 2, falls alles klappt, dann auch mit dem ersten Rezept.

 

 

Netflix macht mich backen…..

Als bekennender Netflix-Junkie und Foodischist schaue ich gerne alle möglichen Back- und Kochsendungen. Großbritannienfan der ich bin, liebe ich „British Family Cooking Showdown“. Da ich bei Erscheinen dieses Beitrages in Inverness weile, dachte ich, die „Bakewell Tart“ aus Season 1 wäre was für heute 🙂

Kein klassischer Sonntag-Nachmittag-Kuchen, sondern ein „Tea-Time Treat“ ?! Schmeckt aber zu Kaffee ebenso hervorragend.

Das Rezept stammt von den Hairy Bakers

Teig:

280 g Mehl

1 Ei verquirlt

1 Eigelb

165 g Butter (kalt, Stücke)

65 g feiner Backzucker

Prise Salz

30 g gemahlene Mandeln

Alles – ausser den Eiern – miteinander verrühren, bis ein krümeliger Teig entsteht. Das Ei und das Eigelb zugeben und weiterrühren, bis ein geschmeidiger Teig zustande kommt. In Folie verpacken, 30 min kühlen. Herd vorheizen auf 180 C Ober-/Unterhitze.

Das Rezept ist für eine 23er Tarteform, er passt aber locker auch in eine 26er.

Nach der Kühlzeit den (leicht klebrigen Teig) mit Hilfe von Mehl auf Größe der Form ausrollen, in die (bemehlte) Form einlegen und einen Rand hochziehen. Den Rand mit Hilfe einer Gabel formen, einstechen und im vorgeheizten Ofen ca 15 min blindbacken. Die Backerbsen entfernen und noch etwas im Ofen lassen, bis der Teig die Feuchtigkeit verloren hat und nicht mehr glänzt. Auskühlen lassen.

Füllung:

300 g gemahlene Mandeln

130 g feiner Backzucker

6 Eier

Etwas Bittermandelaroma (oder Amaretto)

3 TL Himbeermarmelade (oder eine andere rote Marmelade)

(ich habe deutlich mehr benutzt und passiert – der Kerne wegen)

25 g Mandeln gehobelt (eine gute Hand voll)

Den Zucker und die gemahlenen Mandeln miteinander mischen und mit einem Handrührgerät die Eier und das Bittermandelaroma mit dem Zucker/Mandelgemisch vermixen.
Die ausgekühlte, vorgebackene Tarte großzügig mit der Himbeermarmelade bestreichen, darauf kommt die Mandel-Ei-Masse. Mit den gehobelten Mandeln bestreuen.

Nochmals für ca. 25 min backen. Auskühlen lassen. Mit ungesüsster Schlagsahne oder Vanilleeis sehr lecker.

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Viel Spaß!

Mirrorglaze, oder: warum ich Möpse mag

Mirrorglaze ist ja hip. Mirrorglaze muss man mal ausprobieren. Naja… kann man, muss man aber vielleicht nicht. Ich bin im Normalfall nicht so begeistert von „hippen“ Torten und kann mich mit Fondant u. Co. so gar nicht anfreunden. Ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass alles an einem Kuchen / an einer Torte gerne gegessen werden sollte. Und Fondant, Puffreis, dicke Marzipanschichten gehören für mich nicht dazu. Völlig unabhängig davon, dass ich für Fondant (habe es einmal versucht) total ungeeignet bin. Fondant ist für mich ne Zicke 🙂 Und hinterher war die Küche grün. Leider gibt es von diesem Versuch keine Fotos…. *lach*

Jetzt aber zum Mirrorglaze. Jahaaa. Ich habe mich durch die wunderbare Welt des Internets hinreissen lassen und musste unbedingt den Mirrorglaze ausprobieren.

Es gelang, wenn auch mit – sagen wir mal – Abstrichen. Der „Glaze“ wurde bei mir nie wirklich fest und antastbar, was wohl sein sollte. Vermutlich habe ich zu wenig Gelatine genommen. Deshalb gibt es hier auch kein Rezept, sondern nur die Fotos.

Geschmacklich war es mega.. nur eben obenrum etwas schleimig.

Und der Titel? Nachdem ich fertig war und mein Werk voller Stolz mehreren Personen gezeigt habe, kam von mehr als einer Seite: „Dir ist aber schon aufgefallen, dass es etwas von Möpsen hat?“ ich verschweige hier, dass der Mirrorglaze in meiner Vorstellung knallrot hätte werden sollen…..

Zum Inhalt (falls jemand etwas mit mehr Erfolg nachbasteln möchte): Vanillequark als Füllung, zur Sicherheit mit Gelatine verbunden, einreduzierte Orangenstücke mit Saft und Gelatine, über Nacht eingefroren und dann in den Quark hineingedrückt. Als Boden mussten schnöde – vor längerer Zeit gebackene –  Eierkekse herhalten.

Einzeln sind die Komponenten sehr lecker, ich kann mir das gut als Nachspeise im Glas geschichtet vorstellen.

Irgendwann mal…. wenn ich wieder Mut gefasst habe, werde ich diesen verd…ten Mirrorglaze nochmal machen…. aber dann richtig.

Luftikus

Als Kind mochte ich Baiser nicht. Diese harten, trockenen, staubigen Dinger, die man meist bei älteren Leuten bekommen hat. Die lagen auch immer beim Bäcker in der Auslage und ich wusste nie, wer zur Hölle diese traurigen Teile kauft. Es war mir unerklärlich.

Als ich das erste Mal einen Eton-Mess gegessen habe, änderte ich meine Meinung. Die Leichtigkeit des Desserts – obwohl pure Kalorien – fand ich superlecker.

Nachdem ich mich immer mehr der französischen Patisserie verschreibe, komme ich um diverse Baiser-Massen auch nicht herum. Kalte Baisers, die gebacken werden, Baisers, die mit heißem Zucker haltbar gemacht werden usw.

Hier jetzt der Versuch einen Un-Verunfallten Eton Mess, sprich eine Pavlova (Pawlova) als Miniaturen für die Nachspeise herzustellen.

Zutaten:

6 x Eiweiß (aus den Eigelben habe ich am nächsten Tag Vanilleeis nach Lara Linster gemacht)

330 g Zucker

30 g Speisestärke

1-2 TL Balsamico Essig (weiß)

Tipp: den Schneebesen des Handrührgerätes oder der Küchenmaschine kurz mit Salz o. Essig abwischen und trocken reiben, so stellt man sicher, dass sich keine Fettreste am Schneebesen befinden.

Eiweiß aufschlagen, nach und nach den Zucker einrieseln lassen. Wenn der Zucker komplett weg ist, noch ca. 3-5 min weiterschlagen lassen. Dann den Essig dazukippen und die Speisestärke hineinsieben und noch kurz unterrühren lassen.

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Entweder füllt man die Masse dann in einen Spritzbeutel und spritzt ungefähr gleichgroße, geschlossene Ringe mit kleinem Rand auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech oder man formt kleine „Brunnen“ mit einem Eßlöffel.

Wer eine große Pavlova macht, knallt halt alles auf einmal auf das Backpapier *g*

Ich habe es diesmal mit „schön“ versucht, wobei Spritzbeutel und ich werden keine Freunde….. vielleicht sollte ich mal einen Kurs besuchen ….

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Wer noch etwas übrig hat, macht halt noch Schäumle

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Die Mini-Pavlovas dürfen bei 100 C Ober-/Unterhitze dann ca. 50 min im Backofen bleiben. Sie sollen nicht bräunen

Die Schäumle brauchen nur 20 min. Eine große Pavlova gerne mal 70-90 min.

Test: Aussen muss sie leicht brüchig sein, knusprig und innen noch weich (Ich habe kurz mit dem Finger dagegen gestippt)

Während die Teilchen im Ofen waren, habe ich Erdbeeren gewaschen, gesäubert, halbiert und mit etwas Zucker versehen, damit sie etwas Saft ziehen.

Wenn die Pavlovas aus dem Ofen sind, auskühlen durften und nicht bis zum nächsten Tag luftdicht verschlossen auf ihre Bestimmung warten, kann man sie fertig stellen:

200 ml Sahne fast steif schlagen, ggf. süßen (Geschmackssache)

Einen Klecks Sahne auf eine Mini-Pavlova geben, oben auf die Erdbeeren mit Saft.

(Bei der Großen dann entsprechend alles)

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Das im Hintergrund (das kleine Glas) ist Rhabarberkompott (für Leute, die Rhabarber mögen). Hier nur Rhabarber schälen, klein schneiden, mit etwas Apfelsaft einkochen lassen, nach Geschmack süßen.

Die Leichtigkeit des Ganzen hat mich wirklich umgehauen. Eine kleine süße Wolke, die quasi sofort verschwunden ist, kaum dass man sie zu Mund geführt hat. Die Erdbeeren (Rhabarber) steuern die nötige Säure bei und insgesamt ein leichtes (nicht kalorienbezogen) Dessert. Für den Sommer hervorragend geeignet.

 

Viel Spaß!

 

 

 

 

 

 

Ostern – ein Nachtrag – oder: Wer solche Kollegen hat…..

Eine Kollegin hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich noch immer einen Eintrag zur Lachsquiche im Rückstand liege. Ich habe hier  auf den Folgepost verwiesen, der zwar kam (also der Folgepost), aber nicht mit DIESEM Rezept. Sorry.

Wird jetzt nachgeholt.

Ich mache die Lachsquiche immer dann gerne, wenn ich etwas „Herzhaftes“ mit in die Firma nehmen möchte. Oder im Sommer. Zu Salat auf dem Balkon ist das eine ganz sichere Nummer. Jeder mag sie. Sogar Leute, die sonst keinen Lachs mögen. Ersatzweise kann man aber den Lachs auch durch Kochschinken ersetzen. Von mir getestet und für durchaus aktzeptabel befunden. Bei Mitbring-Partys (Parties?) ist es sehr praktikabel. Man kann so ein Stückchen hervorragend in einer Hand halten, während man in der Anderen einen guten Grauburgunder festhält 🙂

Wie so oft kommt das Rezept von hier, wurde von mir aber ein klein wenig abgeändert. Veränderungen stehen mit Zusatz in Klammern

Boden:

200 g Mehl (405 oder 550)

100 g Butter (kalt)

1 Ei

Salz

4 EL Milch (ich: eiskaltes Wasser statt Milch)

Teig herstellen und mindestens 1 h kalt stellen. Dann eine Tarte/Quicheform damit auskleiden, Rand hochziehen (!). Mit einer Gabel einstechen und bei 180° Ober-/Unterhitze ca 10 min. blind backen (wird im Original nicht gemacht, macht sich aber bezahlt, weil die Quiche dann beim „richtigen backen“ weniger suppt und hinterher einfach m.M.n. eine besseren Geschmack und Konsistenz hat). Backerbsen entfernen, nochmals ca. 5 min backen, bis der feuchte Glanz weg ist.

In der Zwischenzeit

750 g Lauch (ich: 3 kleine Stangen oder 2 große Stangen)

2 EL Butter

300 g Räucherlachs (ich nehme immer eine Packung ?!)

6 EL Creme Fraiche (ich: 1 Becher Creme Fraiche oder Schmand)

4 Eier

etwas Zitronensaft

Salz, weisser Pfeffer (ich nehme Schwarzen- frisch gemahlen)

Muskat

ca 3 Stangen Porree säubern, in Ringe schneiden, mehrfach waschen (!) (Tip des Profikochs zu Hause: Porree immer ins Waschbecken in stehendes Wasser schmeissen, ca. 5 min drin lassen, der Sand sinkt zu Boden – Porree herausheben, Wasser ablassen, Waschbecken säubern und wiederholen – in der 2. Tour rubbel ich den Lauch immer auch ein bisschen)

Lauch gut abtropfen lassen und dann in ca. 2 EL Butter dünsten, bis er in sich zusammenfällt.

In eine Schüssel geben, abkühlen lassen, dann einen Becher Schmand / Creme Fraiche zugeben, Zitronensaft, die Eier und die Gewürze reinmischen – Achtung Vorsicht mit dem Salz, der Lachs bringt da schon einiges mit…

Die Masse dann auf dem abgekühlten Boden geben und bei ca. 200° so lange backen, bis er oben anfängt zu bräunen und das Ei stockt.

Lauwarm schmeckt er am Besten, wie gesagt optimal mit einem grünen Salat. Oder Wein. Oder beides 🙂

(Im obigen Bild ist die kleinste der Quiches ohne Schmand – auch lecker und für Laktoseproblematiker) Ggf. ein Ei mehr zufügen.

Viel Spaß

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein wenig Leben

Kennt ihr das? Man sieht etwas im Fernsehen, schnallt es nicht und fängt an zu googlen und kommt über zig Umwege zu neuen Dingen?

Mir ging das so mit Queer Eye. In Staffel 2 trug einer von den Jungs ein T-Shirt mit der Aufschrift: Willem Malcolm JB Jude. Ein schlichtes T-Shirt mit nur diesen Namen. Ich wollte unbedingt wissen, was es damit auf sich hat und habe eben angefangen zu googlen. Schlussendlich ging es laut meinen Recherchen um ein Buch. Eben jenes im  Titel. „Ein wenig Leben“ von Hanya Yanagihara.

Nachem ich die Rezensionen gelesen habe, habe ich es mir gekauft. Und es war eine gute Entscheidung. Das Buch hat mich zutiefst bewegt. Zutiefst traurig gemacht und gleichzeitig hatte ich manchmal genau deshalb Probleme es weiter zu lesen. Ein unfassbar erschütterndes Buch. Mein Buchhighlight bisher in diesem Jahr, auch wenn es mich sehr, sehr angefaßt hat. Aber gute Literatur soll doch genau so sein, oder?

In diesem Buch ist von Gougères die Rede, die nachts gebacken werden. Kennt ihr die? Ich kannte sie nicht. Auch hier half Google. Ich muss leider sagen: Gougères klingt auch um eine vielfaches besser als „Käsewindbeutel“ *g*

Hier mein Rezept (s. auch essen & trinken-Homepage)

100 g Butter

250 ml Wasser

Salz

200 g Mehl

Wasser mit dem Salz und der Butter aufkochen. Das Mehl in einem Schwung dazugeben und mit einem Holzkochlöffel rühren, bis sich am Boden ein weißer Film bildet.

Den Teigkloß in eine Küchenmaschine mit Knethaken geben und kneten lassen, bis er etwas abgekühlt ist, dann

5 Eier nach und nach einkneten lassen und ca.

90 g geriebenen Grùyere und 90 g geriebenen Parmesan (oder ein Käse eurer Wahl)

einkneten lassen.

In einen Spritzbeutel (großeLochtülle/große Sterntülle) geben und kreisförmig auf ein mit Backpapier belegtes Blech spritzen. Achtung! Abstand lassen, die Dinger gehen noch auf!

img_20180929_170021Mit nasser Fingerspitze die entstehenden Spitzen nach unten drücken. Die verbrennen sonst.

Bei 200 °C Ober- Unterhitze ca 20 min. backen, bis sie goldbraun sind. Ofentür keinesfalls zwischendrin öffnen, sie fallen sonst zusammen!!

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Als Snack zwischendurch oder als Mitbringsel geeignet. Man kann sie auch hervorragend nochmals in der Mikrowelle kurz erwärmen und zu einem Salat reichen.

….und unbedingt das Buch lesen…..

Viel Spaß!

Baumkuchen, mitten im Frühling

Mein Vater liebte diesen Baumkuchen. Er liebte auch die Pudhys, Johnny Cash, Ludwig Hirsch, politische Diskussionen und Fips Asmussen und Jürgen v.d. Lippe. Aber der Baumkuchen war der Grund, warum er seit vielen Jahren von mir immer ab November gebacken wurde. Am 9. November hatte mein Vater Geburtstag, deshalb gab es den Baumkuchen da traditionell immer zum ersten Mal.

Genau heute – vor einem Jahr – ist mein Vater plötzlich gestorben. Er war im Krankenhaus wegen eines Bruchs, sollte an diesem Tag entlassen werden – und bekam früh morgens einen Herzinfarkt. Vorgeschädigt wie er war (er hatte bereits einen Stent), hat man zwar alles versucht, aber es war zwecklos.

Meine Nichten, meine Mutter, ich — wir waren damals fassungslos. Zeit zu trauern hatten wir nicht wirklich. Ein Umzug bei meiner (jetzt alleinstehenden) Mutter stand an und musste erledigt werden. Viele haben uns tatkräftig unterstützt, wofür ich noch immer wahnsinnig dankbar bin.

Danach sind mein Herzschatz und ich quasi sofort in den gebuchten Urlaub gefahren. Um bei der Rückkehr einige familiäre Streitereien und den Bruch zwischen einigen Familienmitgliedern zu erleben. Diesen Bruch gibt es quasi heute noch.

Und wenn mich einer fragt: na… hast du getrauert? dann antworte ich: jeden Tag ein bißchen. Mal mehr, mal weniger. Mal mit Wut, mal nur mit Tränen. Aber immer bin ich alleine, es sind diese stillen Momente, wenn man ganz bei sich ist. Das dauert oft nur eine Zigarettenlänge. Die kleine Pause zum Durchschnaufen, wenn der Alltag gerade ganz weit weg ist. Sicherlich gibt es aber auch Situationen, wenn es einen umhaut. Immer noch. Ein Lied im Radio, ein Bild das Erinnerungen hervorruft. Da finde ich glücklicherweise Halt bei meinem Herzschatz. Er kann mir nicht helfen, er ist einfach da. Das reicht.

Für meine Mum ist es um ein Vielfaches schwieriger. Sie kommt nicht wirklich alleine klar. Ihr Hund tröstet, ist aber kein adäquater Ersatz. Jetzt, wo beide in Rente wären, anfangen könnten, nur für sich zu sein… ist mein Vater – ihr Partner seit über 45 Jahren – einfach weg. Höhen und Tiefen gab es zu Hauf – wie wohl in jeder Beziehung, die so lange hält. Der Tod meiner Schwester vor einigen Jahren. Das dadurch wieder „Eltern-sein“ für meine minderjährigen Nichten.. und so viele andere, kleinere familiäre Dramen. Deshalb versuche ich so gut es geht meine Mutter aufrecht zu halten. Wie meine Nichten auch.

… und wie sagt Jupiter Jones so schön in dem Lied „Berlin“:

…Und spart euch die Geschichten,
Ich trag meine tief hier drin.
Ihr habt nur ein paar mehr Statisten,
Wo ich oft alleine bin….

Danke fürs Zuhören. Manchmal hilft das runterschreiben.

Für meinen Papa, sein Lieblingskuchen:
Baumkuchen nach Chefkoch

250 g Butter

250 g Zucker

6 Eier getrennt, Eiweiß steif geschlagen

150 g Mehl

1/2 Packung Backpulver

100 g Speisestärke

100 g Marzipan, geschmeidig gerührt mit 3-12 EL Amaretto

Alles zu einem Teig verarbeiten, dabei den Eischnee am Schluß drunter ziehen

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Den Grill im Backofen auf die Höchste Stufe stellen. Mit einem Pinsel ca. 2 EL Masse auf den mit Backpapier ausgelegten Kuchenring aufstreichen. 3 min im Ofen backen lassen, bis die Oberfläche Farbe bekommt.

Fortfahren, bis aller Teig verbraucht ist.

Auskühlen lassen, aus der Form lösen und ggf. in Würfel schneiden und mit Schokolade ummanteln. Oder den ganzen Kuchen mit Schokolade glasieren.

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Wenn das Leben dir Zitronen gibt…

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mach Limonade draus…. oder eben einen Lemon Merengue Pie.

 

Vor ein paar Jahren habe ich mal einen Film gesehen, der irgendwie bei mir hängen geblieben ist. „Toast“, Liebe geht durch den Magen. Mit Helena Bonham-Carter (kennt bestimmt jeder)  und Freddie Highmore (der aus Charlie und die Schokoladenfabrik). Ich habe den Film vermutlich geschaut, weil ich britische Filme einfach mag… mir wurde erst während des Films bewusst, dass es um einen (mir unbekannten, aber wohl sehr berühmten) britischen Koch geht. Ein immer wieder kehrender, wichtiger Bestandteil des Films ist eine Lemon Merengue Pie, die mir wahnsinnig gut gefallen hat.

Jetzt bin ich zu einem würdigen Rezept gekommen, der wohl der Pie im Film in nichts nachstehen dürfte…. wir waren begeistert, auch wenn die Pie sehr, sehr süß ist.

Beides (Film und Pie) sind zu empfehlen.

Lemon Merengue Pie für eine 24 cm-Tarte-Form

Teig:

100 g Butter sehr kalt, in kleine Würfel geschnitten

40 g Pflanzenfett sehr kalt, in kleine Würfel geschnitten

200 g Mehl

etwas Salz

1 TL Zucker

75 ml eiskaltes Wasser

Alles schnell zu einem Teig verarbeiten und unbedingt mindestens 1 h kalt stellen. Der Teig ist wirklich klebrig.

Füllung:

150 g Zucker

50 Maisstärke

2 ganze Eier und 5 Eigelbe (Eiweiß wird für die Merengue gebraucht)

130 ml Zitronensaft

Abrieb v. mind. 2 Zitronen, gerne mehr

1 Prise Salz

120 g Butter, kalt und in Würfel geschnitten

Die trockenen Zutaten miteinander verrühren und nach Zugabe des Zitronensaftes und der verquirlten Eier/Eigelbe langsam in einem geräumigen Topf erhitzen. Solange beständig rühren, bis die Masse anzieht und zu stocken beginnt. Vóm Herd ziehen, wenn die Masse ungefähr die Konsistenz von Pudding hat.

Sofort die kalte Butter zufügen und glatt rühren. Abkühlen lassen.

In der Zwischenzeit den Teig ausrollen, eine gebutterte Tarteform auskleiden, über den Rand hochziehen (hat bei mir nicht wirklich geklappt), mit einer Gabel einstechen (hab ich vergessen) und 15 min. bei 200°C blind backen. Dann die Backerbsen entfernen und nochmals 10 min. backen, bis der Teig goldgelb ist.

Auf den abgekühlten Boden die Zitronenmasse (Lemon Curd) geben.

Merengue:

5 Eiweiß (die von vorhin)

Prise Salz

150 g Zucker

Eiweiß mit dem Salz aufschlagen, teelöffelweise den Zucker zugeben und so lange schlagen, bis der Eischnee so fest ist, daß die Spitzen stehen bleiben. Das dauert etwas.

Dann den Eischnee auf die Tarte kuppelförmig aufstreichen und mit Hilfe eines Eßlöffels Spitzen nach oben ziehen.

Im Ofen bei 180°C 10-15 min backen, bis er oben anfängt zu bräunen, aber noch nicht zu dunkel ist.

2 Stunden durchkühlen lassen (mindestens).

Eher Nachspeise, denn Kuchen zum Kaffee….

Viel Spaß!

 

 

Jährliche Erinnerung an Klaus Kinski

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Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund….. so oder so ähnlich skandierte Klaus Kinski seine Interpretation von Francois Villon 1975.

Jedes Jahr zur Erdbeerzeit denke ich daran, obwohl ich a) eigentlich zu jung bin, um das Gedicht zu kennen und b) Klaus Kinski nur als schrägen, schwierigen Schauspieler in Erinnerung habe.

Ohne weiteres Geschwafel jetzt zum eigentlichen Blogbeitrag:

Das Magazin essen & trinken hat vor ein paar Jahren ein „junges“ Magazin quartalsmäßig raus gebracht, dass wir ab dem ersten Heft innigst in unser Herz geschlossen hatten. „Deli“ wurde leider vor 1-2 Jahren wieder eingestampft. Offenbar waren unsere Quartalskäufe nicht ausreichend. Schade!

Trotzdem eines der besten Erdbeerkuchenrezepte. Das Rezept ist jetzt kostenfrei auf der essen & trinken-Seite zu finden (falls mir hier jemand nicht traut)

Erdbeertarte

Boden

80 g gesalzene Macadamianüsse

250 g Mehl

150 g Butter, kalte, kleine Stücke

1 Ei (M)

40 g Zucker

Creme

4 Blatt Gelatine (weiß)

1 Vanilleschote, oder Vanillepaste

500 ml Milch

1 Pk. Vanillepuddingpulver

50 g Zucker

250 g Creme Fraiche

Belag

1 kg Erdbeeren (Original: 1,2 kg)

60 g Gelierzucker (Original: 80 g)

1 EL Puderzucker (ich: weggelassen)

 

Nüsse klein hacken, mit Mehl, Butter, Ei und Zucker schnell verkneten und foliert ca. 1 h kalt stellen

Eine Tarteform (herausnehmbarer Boden) (25 cm) fetten. Teig auf passende Größe ausrollen und die Tarteform auskleiden. Rand hochziehen. Mit einer Gabel einstechen und bei ca. 190 °C ca. 18-20 min backen. In der Form auskühlen lassen.

Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Herausgekratztes Vanillemark (oder Paste) mit 400 ml Milch aufkochen. Zucker und Puddingpulver mit der restlichen Milch glatt rühren (jeder hat ja mal Pudding gekocht *g*) in die kochende Milch geben und anziehen lassen.

Gelatine ausdrücken, klassisch mit dem Pudding angleichen und verrühren. Creme Fraiche zugeben (Pudding darf noch warm sein). Masse auf den Tarteboden geben. Mindestens 3 h kalt stellen ( wie man am geschnittenen Tortenstück sieht, waren wir zuuuu gierig)

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Erdbeeren putzen, ca 300 g pürieren, Rest halbieren. Püree und Gelierzucker aufkochen und 3 min kochen lassen.

Großteil der gschnittenen Erdbeeren wild auf der Creme verteilen. Püree drüber träufeln, einen kleinen Rest zurückbehalten.

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Restliche Erdbeeren auflegen, restliche „Marmelade“ darüber verteilen.

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Essen. 🙂

 

Kleine Wünsche

Ganz selten werden hier von Herzschatz Wünsche geäußert, einen bestimmten Kuchen, oder eine bestimmte herzhafte Backware nochmals herzustellen. Gleichzeitig ist es aber so, dass natürlich schon auch in mir manchmal das Bedürfnis besteht, etwas sehr Leckeres nochmals zu backen.

Das passiert allerdings viel zu selten. Viele von Euch werden das kennen, da hat man einen „mottb“ (Mount of Things to bake) und vor lauter neuen Rezepten, die ausprobiert werden wollen, kommt man bei Arbeit, echtem Leben und anderen Dingen (Katzenvideos ;P) gar nicht dazu alles nochmals zu backen/kochen, was wirklich gut war.

Dieses Wochenende hatte sich aber Herzschatz vehement dafür ausgesprochen, seinen Lieblingsapfelkuchen zu backen.

Dieses Rezept kam mir vor bestimmt schon 5-6 Jahren in die Finger, keine Ahnung, warum ich auf der Homepage eines Frühstücksflockenherstellers rumgeturnt bin und mir Rezepte angeguckt habe ….

Hier kommt das Rezept für den ApplePie mit Frühstücksflocken:

Teig:

200 g kalte Butter in kleine Stückchen geschnitten

250 g Mehl

60 ml sehr kaltes Wasser

1 Prise Salz

Alles schnell zu einem Teig verarbeiten, in Folie wickeln und ca. 1 h kalt Stellen. Den Teig im Anschluß in 2 Hälften teilen, eine Hälfte dünn ausrollen, eine Tarteform (26 cm) damit auskleiden und einen Rand hochziehen. Der Teig lässt sich kalt sehr, sehr gut verarbeiten!

Füllung:

ca. 1 kg säuerliche Äpfel schälen, entkernen und in Scheiben schneiden

80 g Frühstücksflocken (die Zuckerüberzogenen, da spart man sich…)

60 g Zucker

Zitronensaft

Prise Zimt

Prise Muskat

Alles miteinander vermengen, in die Tarteform füllen mit ein paar Butterflöckchen bestücken und die zweite ausgerollte Hälfte des Teiges drüberlegen. Den Rand verschließen.

Mit einem Eigelb bestreichen und ein Paar Luftlöcher einstechen

Bei ca. 180°C Umluft ca 35-40 min. backen.

Mangels Vanilleeis haben wir nur ungesüßte Sahne dazu gehabt.

Herzschatz war trotzdem zufrieden. Kleine Wünsche laufen hier halt manchmal nebenbei 🙂

Die Freude am Verlieren

2018 ging ein Gebot aus, dass sich alle Hausfrauen des „Ländles“ messen sollten, wer denn den Besten aller guten Käsekuchen fabrizieren könnte.

Nachdem ich in purer Selbstüberschätzung gedachte habe: Ha… das sacke ich ein, fixte ich noch ordentlich eine Arbeitskollegin an, doch bei diesem unfassbar guten Backwettbewerb der Baden-Württembergischen Verein der Milchwirtschaft mitzumachen.

Ich grübelte lange über ein Rezept, ich bin kein Erfinder von Rezepten, sondern ein klassischer „Nachbacker“ und irgendwie hat es sich dann ergeben, dass ich aus verschiedenen Käsekuchen (z.B. Felder und Hermé), einigen Abänderungen der Rezepte (ich musste ja die Vorgaben der Jury erfüllen) obigen Käsekuchen kreirt habe.

Dieser Käsekuchen ist wahnsinnig lecker und er hat….. nicht gewonnen. Nur unsere Herzen.

Aber – wie allgemein bekannt – das Beste kommt zum Schluß. Vor Wochen bekam ich überraschenderweise Post von der Milchwirtschaft…. mit der Bitte mich kurzfristig zu melden. Mein Rezept  habe zwar nicht gewonnen, soll aber in Ihrer Rezeptbroschüre erscheinen. Das macht mich schon etwas stolz – muss ich sagen.

Hier jetzt das Rezept, das zwar verloren, aber trotzdem für mich irgendwie gewonnen hat:

Käsekuchen Francaise für 24 cm-Springform mit hohem Rand

Mürbeteigboden:

75 g Süßrahmbutter, kalt gestückelt

15 g gemahlene Mandeln

50 g feiner Zucker

125 g Mehl 550er

1 verquirltes Ei

1 Prise Salz

etwas Zitronenabrieb, etwas Zimt

Aus allen Zutaten einen Mürbeteig herstellen, kalt stellen (mind. 2 h), danach ausrollen, 24er Springform auskleiden, Rand hochziehen, 20 min bei 180°C blindbacken, Backerbsen entfernen, nochmals 5 min im Ofen lassen. Dann vollständig auskühlen lassen

Bisquitboden:

1 Eiweiß steif schlagen

30 g feinsten Backzucker einrieseln lassen

1 Eigelb unter die Masse ziehen

15 g Mehl 405er mit 15 g Speisestärke mischen und vorsichtig unter die Masse heben

Ein Backblech mit Backpapier belegen und die Bisquitmasse rund aufstreichen, oder mit dem Dressierbeutel rund aufspritzen. 10 min. bei 180°C backen und dann vollständig auskühlen lassen.

Einen Kreis (20 cm Durchmesser) aus dem Bisquit stechen. Die Unterseite (!) mit einer säuerlichen Marmelade großzügig bestreichen (z.B. Orange – ich: Mango-Ananas) und mit der bestrichenen Seite mittig auf den Mürbeteig auflegen. Es sollten 1-2 cm Luft zwischen Bisquit und Mürbeteigrand sein.

Käsemasse:

500 g Quark 20% Fett

100 g Schmand

150 g feinster Backzucker

15 g Mehl

1 Ei

1 Eigelb

Vanillemark einer 1/2 Schote

ca. 25-40 g Schlagsahne (flüssig)

Alle Zutaten mit einem Schneebesen verrühren, das geht ziemlich fix. Die Sahne dient nur als „Flüssigkeitszufuhr“, falls die Masse zu fest ist.

In die Springform (mit den zwei Böden) einfüllen. Ein-, zweimal aufklopfen, dass die Luftblasen ggf. raus gehen.

Bei 120°C auf mittlerer Schiene ungefähr 70-80 min stocken lassen. Der Kuchen sollte nicht bräunen, darf aber „goldig“ werden.

Nach dem Backen vollständig (am besten über Nacht) auskühlen lassen (Kühlschrank). Einfrieren mit Form ist möglich, muss aber nicht sein.

Optional zum Schluß:

4 EL der verwendeten Marmelade durch ein Sieb in einen Topf streichen, mit minimal Wasser verdünnen und mit Tortenguß (ohne Zucker) aufkochen lassen. Vorsichtigt auf den kalten Kuchen gießen für die Abschlußschicht.

Übrigens: die Kollegin hat auch nicht gewonnen, aber bei einem späteren, anderen Backwettbewerb (keine Teilnahme von mir) tatsächlich einen der Preise abgeräumt. Ihr Käsekuchen ist auch super lecker!

Auferstehung …. Oder wie war das an Ostern?

bty
mel

Kennt Ihr das? Man ist erkältungsbedingt ausgeknockt. Hängt daheim rum… kann sich zu nix aufraffen und würde aber gerne unfassbar viele Dinge endlich mal in Angriff nehmen. Man hätte ja (theoretisch) sogar mal die Zeit dazu.

Aber der Körper sagt Dir: nöööö…. i mog ned. Ständig schläft man ein, und wenn Du nicht schläfst rotzt Du rum oder hustest… Das soll es aber mit „mimimi“ gewesen sein. Ich bin wieder da, fit und stehe in Lohn und Brot.  

Zudem bin ich gleich wieder in der Zeitnot angekommen. Verdammt. Kommende Woche ist schon Ostern. Und weil Ostern nicht reicht, werde ich Ostersonntag auch noch *hust*undvierzig. 

Also ich bin ja kein Fan vom Feiern des eigenen Geburtstages, mittlerweile bin ich ganz froh, wenn ich einfach an diesem Tag meine Ruhe und nur meinen Herzschatz um mich rum habe. Zugleich habe ich aber schon den Ehrgeiz uns ein schönes Osterfest zu bereiten, bzw. ein kleines, kulinarisches Ausrufezeichen an meinem Geburtstag zu setzen. Für die herzhafte Kulinarik ist eigentlich Herzschatz als ausgebildeter Koch zuständig. Dieses Jahr werden wir aber auf häusliches Essen verzichten und gehen einfach brunchen. Das vereinfacht die ganze Chose. Wen es abends trotzdem hüngert, wird mit Lachsquiche abgespeist (wird im nächsten Beitrag verpostet) 

Nun zum Backwerk für Ostern. Der auf Vorrat eingefrorene Hefezopf ist alle, also wird neuer gemacht. Immer schön auf Vorrat, weil Herzschatz ein „süßer“ Frühstücker ist, entsprechend kleine Zöpfe werden es. Und wenn man einen gelingsicheren Hefeteig ansetzt, kann man auch gleich zwei ansetzen, oder? Auf Nachfrage, was gewünscht wird… Croissants für den Tiefkühler oder Baguette, viel diesmal die Entscheidung auf Baguette. Ich habe Baguettebrötchen draus gemacht, der Einfachheit halber. Hier noch ein paar Fotos. Ich weiß, das wirkt noch nicht sehr profimäßig. Ich bitte um Nachsicht. 1.) vergesse ich zu fotografieren *schäm* und 2.) habe ich keine Übung, wenn ich dann doch dran denke, bzw. mach ich die Fotos mit Handy oder Tablet. Aber ich denke, es geht ….

PS: zum Abendessen gab es dann (der Faulheit geschuldet) 3erlei Käse mit Trauben und 2erlei französischer Salami…. (Ritz-Cracker, dänisches, getrocknetes Schwarzbrot, und die Reste-Rempel vom Baguette)

 

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