Geile Früchtchen – Kandieren für Anfänger

Weihnachten ist ja nun eine Weile vorbei und was fällt da dem kleinen Küchenstückle ein? Natürlich… warum nicht einfach mal ausserhalb der Saison (Weihnachten) Früchte kandieren?!

Genaugenommen war die Idee, Deko für eine geplante Geburtstagstorte zu kreieren, und da sind mir spontan Orangen eingefallen, weil in die Torte sollte ein Orangencurd mit Alkohol.

Nach intensiver Internetrecherche, wie denn sowas anzustellen ist, habe ich das für mich funktionierende System entwickelt und bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Achtung! Zubereitung nimmt 5-7 Tage in Anspruch!

Zitrusfrüchte kandieren (hier: Orange und Kumquat)

2 Orangen, Bioqualität, Schale verzehrbar

Handvoll Kumquats

ca. 600 g Zucker

500 ml Wasser

Topf

kleiner Teller

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Orangen in Scheiben oder die Schale in Streifen schneiden. Kumquats halbieren

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In einen kleinen Topf geben, mit 500 ml Wasser bedecken und ca. 100 g Zucker einstreuen.

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Langsam zum Kochen bringen. Ca. 5 min kochen lassen. Vom Herd nehmen und mit einem Teller bedecken. Die Früchte sollten unter dem Deckel sein.

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Abkühlen lassen und nach dem Abkühlen mindestens 8 h an einem kühlen Ort lagern.

Dann das Spiel von vorne!

In die vorhandene Flüssigkeit mit dem Obst ca. 100 g Zucker geben, langsam aufkochen lassen und ca. 5 min kochen. Vom Herd nehmen, Deckel drauf, abkühlen lassen, kühl lagern (nicht Kühlschrank).

Das macht man so oft, bis die 600 g Zucker weg sind.

Nach dem letzten Abkühlen und den letzten 8 h die Früchte aus dem Sirup nehmen. So gut es geht die Flüssigkeit abstreifen (klebrige Sache), ggf. Küchentücher zu Hilfe nehmen.

Auslegen und 2 Tage trocknen lassen. Dabei mehrmals wenden.

Wer mag, kann sie nach den 2 Tagen noch bei geöffneter Ofentür und ca. 80 Grad Umluft etwas trocknen. Bei meinen Bedürfnissen war das nicht nötig.

Erfahrungsgemäß halten sie sich mindestens 3 Wochen in einer geschlossenen (**pperdose) im Kühlschrank. Der Sirup (mit Orangengeschmack) ebenso.

Viel Spaß!

PS: heute nur ein kleiner Post. More to come 🙂

Windige Geschichten, oder: Windbeutel französisch gefüllt

nach einer kurzen innerlichen Backsperre – den über 30 C in der Dachgeschoßwohnung geschuldet, melde ich mich zurück. Hurra! 😉

Als Kind kannte ich nur den Windbeutel, der mit purer Sahne (und etwas Dosenobst) gefüllt waren. Gerne in Form eines Schwanes. Ja. Ich bin in den 80ern aufgewachsen! Diese Dinger habe ich immer verweigert und würde sie auch heute noch nicht essen. Pure Sahne in einem trockenen Gebäck widerstrebt mir.

Mittlerweile habe ich aber viele, viele Rezepte gelesen, die sich eben NICHT nur mit Sahne begnügen. Windbeutel gibt es ja international in allen Größen und Formen. Ob als Profiteroles mit Schokoladenüberzug, als Eclairs mit Mousseline innen oder als St. Honoré – Torte mit Karamell aussen. Einen ganz besonderen Stellenwert hat für mich der/die/das Choux, der etwas größere Windbeutel, in meinem Fall mit einer Craquelin bedeckt. Eine Craquelin ist schnöde ausgedrückt eine Streuselteig, den man dünn ausrollt, auf den ungebackenen Windbeutel auflegt der die ganze Sache etwas knuspriger macht. Viele mischen die Craquelin mit Lebensmittelfarbe um es etwas bunter zu gestalten. Ich mag es lieber natürlich.

Heute gibt es von mir ein Experiment. Ein Choux Craquelin, gefüllt mit einem Windbeutel. Jawoll. Nein- ich habe mich nicht verschrieben. Das ist schon richtig. Ein Windbeutel mit einem Windbeutel gefüllt :). Aber von Anfang an:

oft sehe ich ein Bild bei Google oder schaue mir ein Video an, dass mich dann längere Zeit beschäftigt und ich rumhirne, wie ich das meinem Geschmack anpassen könnte. Klar, die Basis für Teige usw. sind vorgegeben. Wie sagt mein Herzschatz: Backen ist nicht Kochen. Da muss man sich ja an Mengenangaben halten. *lach* Und trotzdem will man ja ein Backwerk individualisieren (<- schweres Wort)

Und so bin ich auf das heutige Tagwerk gekommen:

Ein Choux Craquelin, gefüllt mit echter Konditorcreme (nach Christophe Felder), mit Rum und Joghurt verfeinert. Einem Kompott aus Ananas und einem Miniwindbeutel mit weißer Schokolade.

Wie so oft, habe ich leider keine ZwischenschrittBilder, aber ich bemühe mich, es deutlich zu erklären. Es lohnt sich, auch wenn es nach viel Aufwand klingt. Vieles habe ich mir sehr einfach gemacht und zudem gibt es immer Wartezeiten, die einem ermöglichen kurz mal die Küche aufzuräumen …. *lach*

Zum Rezept:

Echte Konditorcreme (am besten am Vortag zubereiten)(1):

500 g Vollmilch

1 Vanilleschote

120 g zucker

6 Eigelb

50 g Maisstärke

50 g Butter in kleine Stücke geschnitten, kalt stellen bis zu Verwendung

Aus der Vanilleschote das Mark herauskratzen und gemeinsam mit der Schote in die Milch geben. Die Milch langsam zum kochen bringen. Wenn die Milch kocht vom Herd ziehen und 10-15 min ziehen lassen.

Die Eigelbe mit der Maisstärke und dem Zucker verrühren, darauf achten, dass die Eier NICHT schaumig geschlagen werden.

Milch erneut aufkochen und langsam in einem feinen Strahl in die Maisstärke-Eier-Zuckermischung einrühren. Langsam – die Eier dürfen natürlich nicht flocken und können sich durch den feinen Strahl langsam an die Hitze angleichen.

Wenn alles verrührt ist durch ein Sieb zurück in den Topf schütten. Bei mittlerer Hitze die Masse langsam erhitzen, bis sie anfängt zu stocken. Von der Herdplatte ziehen, etwa 2 min. weiterrühren. Dann die Butter aus dem Kühlschrank unterziehen. Die Masse glänzt jetzt schön. Sofort mit Klarsichtfolie luftdicht abdecken und kalt werden lassen, dann in den Kühlschrank – am besten über Nacht.

Brandmasse:

160 g Wasser

160 g Vollmilch

2 g Salz

5 g Zucker

144 g Butter in kleine Stücke geschnitten

180 g Mehl (405)

5 Eier verquirlt

Alle Zutaten ausser dem Mehl und die Eier in einem Topf erhitzen, bis das Wasser-Milch-Gemisch anfängt zu simmern. Topf von der Herdplatte ziehen. Das Mehl in einem Schwung (!!) zugeben und sofort mit einem Holzlöffel verrühren. Warum es ein Holzlöffel sein muss ist mir nicht ganz klar, ich habe bereits Plastik- und Holzlöffel benutzt, für mich ist kein Unterschied erkennbar 🙂 Aber ich will das Rezept ja richtig weitergeben *lach* – also: Holzlöffel!

Dann den Topf wieder auf die Herdplatte bei mittlerer Hitze stellen und emsig rühren! So lange, bis sich ein feiner, weißer Film am Boden des Topfes bildet – oder etwa 3 min.

Den Teig dann in eine Küchenmaschine mit dem dritten Haken (bei mir ist das der „K“-Haken – nicht der Rührbesen und nicht der einstrebige, ich nehme den auch gerne für Mürbeteig) geben und kurz abkühlen lassen. Bei kleinster Stufe rühren und gaaaanz langsam die Eier einlaufen lassen. Kurz bevor die Eier komplett aufgebraucht sind, prüfen, ob der Teig bereits geschmeidig ist und schön reisst. Er sollte glänzen und sich vom Haken innerhalb von 3-4 sec fallen lassen (sagt der Topless Baker). Ich glaube, das ist eine ganz gute Hilfe.

Herd auf 160 C Umluft vorheizen.

Mit einem Spritzbeutel für die Inlays in die großen Windbeutel ca. 1×1 cm große Tupfen auf ein mit Backpapier belegtes Blech spritzen, die entstehenden Spitzen mit nassem Finger runterdrücken und ca. 15 min backen, bis sie goldbraun sind. Auskühlen lassen.

Für die großen Windbeutel: Masse ca 6×6 cm auf ein mit Backpapier belegtes Blech spritzen aber das Blech dann kurz in den Froster geben, bis die Craquelin gemacht ist.

Craquelin:

70 g Butter

90 Zucker

90 g Mehl

kurz von Hand verkneten, bis ein Teig entsteht, Kugel formen und zwischen zwei Klarsichtfolien geben. So dünn wie möglich (2 mm) ausrollen und kühlen.

Windbeutel zum Backen vorbereiten:

Windbeutel aus dem Froster holen. Craquelin aus dem Kühlschrank nehmen. ca. 3×3 große Kreise aus der Craquelin ausstechen und vorsichtig, mittig auf die Windbeutel legen. Leicht andrücken.

In den Ofen schieben, da. 30 min. backen. Achtung: Ofentür erst öffnen, wenn der Teig schon Farbe hat. Sonst fällt der Windbeutel zusammen und die Mühe war umsonst. Ich hatte meinen Timer auf 25 min gestellt, je nach Tiefkühlgrad der Windbeutel dauert es etwas länger mit dem Backen.

Die Windbeutel nach dem backen vollständig auskühlen lassen.

Füllung Mini-Windbeutel:

etwas (2 EL Chips) weiße Schokolade schmelzen und mit der kleinsten Tülle am Spritzbeutel, oder einer gefalteten Backpapiertüte , oder wie ich mit einer Plastikspritze ohne Kanüle von der geschmolzenen Schokolade aufnehmen und in die kleinen Scheisserchen spritzen. Kalt stellen.

Ananas-Kompott:

1 mittlere Dose Ananas

Abtropfen lassen, Ringe sehr klein schneiden, nochmals abtropfen lassen, mit etwas Zitronensaft mischen.

Echte Konditorcreme (2):

gekühlte Konditorcreme

150 g Joghurt

2 cl Rum

Aus dem Kühlschrank nehmen, mit einem Schneebesen kräftig durchrühren, 150 g Joghurt und Rum untermischen, gut verrühren.

Fertigstellen:

Große Windbeutel mit einem guten Sägemesser aufschneiden, einen TL Ananasstücke einfüllen, Mini-Windbeutel reinlegen, mit der Konditorcreme komplett füllen (am besten mit einem Spritzbeutel und der einfachen runden Tülle, mit einem Stückchen Ananas dekorieren und den abgesägten Deckel schräg auflegen. Ggf. noch ein paar Streifen weißer Schokolade dekorieren.

Wer sowohl Windbeutel wie auch Konditorcreme übrig hat, kann das natürlich auch miteinander verbinden. Das wurde hier auch gemacht und schmeckt sehr gut. Ist halt weniger spektakulär *g*, aber wir haben ja Obstsaison, und mit Erdbeeren sicherlich auch eine super feine Sache!

Viel Spaß!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Netflix macht mich backen…..

Als bekennender Netflix-Junkie und Foodischist schaue ich gerne alle möglichen Back- und Kochsendungen. Großbritannienfan der ich bin, liebe ich „British Family Cooking Showdown“. Da ich bei Erscheinen dieses Beitrages in Inverness weile, dachte ich, die „Bakewell Tart“ aus Season 1 wäre was für heute 🙂

Kein klassischer Sonntag-Nachmittag-Kuchen, sondern ein „Tea-Time Treat“ ?! Schmeckt aber zu Kaffee ebenso hervorragend.

Das Rezept stammt von den Hairy Bakers

Teig:

280 g Mehl

1 Ei verquirlt

1 Eigelb

165 g Butter (kalt, Stücke)

65 g feiner Backzucker

Prise Salz

30 g gemahlene Mandeln

Alles – ausser den Eiern – miteinander verrühren, bis ein krümeliger Teig entsteht. Das Ei und das Eigelb zugeben und weiterrühren, bis ein geschmeidiger Teig zustande kommt. In Folie verpacken, 30 min kühlen. Herd vorheizen auf 180 C Ober-/Unterhitze.

Das Rezept ist für eine 23er Tarteform, er passt aber locker auch in eine 26er.

Nach der Kühlzeit den (leicht klebrigen Teig) mit Hilfe von Mehl auf Größe der Form ausrollen, in die (bemehlte) Form einlegen und einen Rand hochziehen. Den Rand mit Hilfe einer Gabel formen, einstechen und im vorgeheizten Ofen ca 15 min blindbacken. Die Backerbsen entfernen und noch etwas im Ofen lassen, bis der Teig die Feuchtigkeit verloren hat und nicht mehr glänzt. Auskühlen lassen.

Füllung:

300 g gemahlene Mandeln

130 g feiner Backzucker

6 Eier

Etwas Bittermandelaroma (oder Amaretto)

3 TL Himbeermarmelade (oder eine andere rote Marmelade)

(ich habe deutlich mehr benutzt und passiert – der Kerne wegen)

25 g Mandeln gehobelt (eine gute Hand voll)

Den Zucker und die gemahlenen Mandeln miteinander mischen und mit einem Handrührgerät die Eier und das Bittermandelaroma mit dem Zucker/Mandelgemisch vermixen.
Die ausgekühlte, vorgebackene Tarte großzügig mit der Himbeermarmelade bestreichen, darauf kommt die Mandel-Ei-Masse. Mit den gehobelten Mandeln bestreuen.

Nochmals für ca. 25 min backen. Auskühlen lassen. Mit ungesüsster Schlagsahne oder Vanilleeis sehr lecker.

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Viel Spaß!

Mirrorglaze, oder: warum ich Möpse mag

Mirrorglaze ist ja hip. Mirrorglaze muss man mal ausprobieren. Naja… kann man, muss man aber vielleicht nicht. Ich bin im Normalfall nicht so begeistert von „hippen“ Torten und kann mich mit Fondant u. Co. so gar nicht anfreunden. Ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass alles an einem Kuchen / an einer Torte gerne gegessen werden sollte. Und Fondant, Puffreis, dicke Marzipanschichten gehören für mich nicht dazu. Völlig unabhängig davon, dass ich für Fondant (habe es einmal versucht) total ungeeignet bin. Fondant ist für mich ne Zicke 🙂 Und hinterher war die Küche grün. Leider gibt es von diesem Versuch keine Fotos…. *lach*

Jetzt aber zum Mirrorglaze. Jahaaa. Ich habe mich durch die wunderbare Welt des Internets hinreissen lassen und musste unbedingt den Mirrorglaze ausprobieren.

Es gelang, wenn auch mit – sagen wir mal – Abstrichen. Der „Glaze“ wurde bei mir nie wirklich fest und antastbar, was wohl sein sollte. Vermutlich habe ich zu wenig Gelatine genommen. Deshalb gibt es hier auch kein Rezept, sondern nur die Fotos.

Geschmacklich war es mega.. nur eben obenrum etwas schleimig.

Und der Titel? Nachdem ich fertig war und mein Werk voller Stolz mehreren Personen gezeigt habe, kam von mehr als einer Seite: „Dir ist aber schon aufgefallen, dass es etwas von Möpsen hat?“ ich verschweige hier, dass der Mirrorglaze in meiner Vorstellung knallrot hätte werden sollen…..

Zum Inhalt (falls jemand etwas mit mehr Erfolg nachbasteln möchte): Vanillequark als Füllung, zur Sicherheit mit Gelatine verbunden, einreduzierte Orangenstücke mit Saft und Gelatine, über Nacht eingefroren und dann in den Quark hineingedrückt. Als Boden mussten schnöde – vor längerer Zeit gebackene –  Eierkekse herhalten.

Einzeln sind die Komponenten sehr lecker, ich kann mir das gut als Nachspeise im Glas geschichtet vorstellen.

Irgendwann mal…. wenn ich wieder Mut gefasst habe, werde ich diesen verd…ten Mirrorglaze nochmal machen…. aber dann richtig.

Luftikus

Als Kind mochte ich Baiser nicht. Diese harten, trockenen, staubigen Dinger, die man meist bei älteren Leuten bekommen hat. Die lagen auch immer beim Bäcker in der Auslage und ich wusste nie, wer zur Hölle diese traurigen Teile kauft. Es war mir unerklärlich.

Als ich das erste Mal einen Eton-Mess gegessen habe, änderte ich meine Meinung. Die Leichtigkeit des Desserts – obwohl pure Kalorien – fand ich superlecker.

Nachdem ich mich immer mehr der französischen Patisserie verschreibe, komme ich um diverse Baiser-Massen auch nicht herum. Kalte Baisers, die gebacken werden, Baisers, die mit heißem Zucker haltbar gemacht werden usw.

Hier jetzt der Versuch einen Un-Verunfallten Eton Mess, sprich eine Pavlova (Pawlova) als Miniaturen für die Nachspeise herzustellen.

Zutaten:

6 x Eiweiß (aus den Eigelben habe ich am nächsten Tag Vanilleeis nach Lara Linster gemacht)

330 g Zucker

30 g Speisestärke

1-2 TL Balsamico Essig (weiß)

Tipp: den Schneebesen des Handrührgerätes oder der Küchenmaschine kurz mit Salz o. Essig abwischen und trocken reiben, so stellt man sicher, dass sich keine Fettreste am Schneebesen befinden.

Eiweiß aufschlagen, nach und nach den Zucker einrieseln lassen. Wenn der Zucker komplett weg ist, noch ca. 3-5 min weiterschlagen lassen. Dann den Essig dazukippen und die Speisestärke hineinsieben und noch kurz unterrühren lassen.

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Entweder füllt man die Masse dann in einen Spritzbeutel und spritzt ungefähr gleichgroße, geschlossene Ringe mit kleinem Rand auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech oder man formt kleine „Brunnen“ mit einem Eßlöffel.

Wer eine große Pavlova macht, knallt halt alles auf einmal auf das Backpapier *g*

Ich habe es diesmal mit „schön“ versucht, wobei Spritzbeutel und ich werden keine Freunde….. vielleicht sollte ich mal einen Kurs besuchen ….

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Wer noch etwas übrig hat, macht halt noch Schäumle

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Die Mini-Pavlovas dürfen bei 100 C Ober-/Unterhitze dann ca. 50 min im Backofen bleiben. Sie sollen nicht bräunen

Die Schäumle brauchen nur 20 min. Eine große Pavlova gerne mal 70-90 min.

Test: Aussen muss sie leicht brüchig sein, knusprig und innen noch weich (Ich habe kurz mit dem Finger dagegen gestippt)

Während die Teilchen im Ofen waren, habe ich Erdbeeren gewaschen, gesäubert, halbiert und mit etwas Zucker versehen, damit sie etwas Saft ziehen.

Wenn die Pavlovas aus dem Ofen sind, auskühlen durften und nicht bis zum nächsten Tag luftdicht verschlossen auf ihre Bestimmung warten, kann man sie fertig stellen:

200 ml Sahne fast steif schlagen, ggf. süßen (Geschmackssache)

Einen Klecks Sahne auf eine Mini-Pavlova geben, oben auf die Erdbeeren mit Saft.

(Bei der Großen dann entsprechend alles)

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Das im Hintergrund (das kleine Glas) ist Rhabarberkompott (für Leute, die Rhabarber mögen). Hier nur Rhabarber schälen, klein schneiden, mit etwas Apfelsaft einkochen lassen, nach Geschmack süßen.

Die Leichtigkeit des Ganzen hat mich wirklich umgehauen. Eine kleine süße Wolke, die quasi sofort verschwunden ist, kaum dass man sie zu Mund geführt hat. Die Erdbeeren (Rhabarber) steuern die nötige Säure bei und insgesamt ein leichtes (nicht kalorienbezogen) Dessert. Für den Sommer hervorragend geeignet.

 

Viel Spaß!

 

 

 

 

 

 

Jährliche Erinnerung an Klaus Kinski

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Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund….. so oder so ähnlich skandierte Klaus Kinski seine Interpretation von Francois Villon 1975.

Jedes Jahr zur Erdbeerzeit denke ich daran, obwohl ich a) eigentlich zu jung bin, um das Gedicht zu kennen und b) Klaus Kinski nur als schrägen, schwierigen Schauspieler in Erinnerung habe.

Ohne weiteres Geschwafel jetzt zum eigentlichen Blogbeitrag:

Das Magazin essen & trinken hat vor ein paar Jahren ein „junges“ Magazin quartalsmäßig raus gebracht, dass wir ab dem ersten Heft innigst in unser Herz geschlossen hatten. „Deli“ wurde leider vor 1-2 Jahren wieder eingestampft. Offenbar waren unsere Quartalskäufe nicht ausreichend. Schade!

Trotzdem eines der besten Erdbeerkuchenrezepte. Das Rezept ist jetzt kostenfrei auf der essen & trinken-Seite zu finden (falls mir hier jemand nicht traut)

Erdbeertarte

Boden

80 g gesalzene Macadamianüsse

250 g Mehl

150 g Butter, kalte, kleine Stücke

1 Ei (M)

40 g Zucker

Creme

4 Blatt Gelatine (weiß)

1 Vanilleschote, oder Vanillepaste

500 ml Milch

1 Pk. Vanillepuddingpulver

50 g Zucker

250 g Creme Fraiche

Belag

1 kg Erdbeeren (Original: 1,2 kg)

60 g Gelierzucker (Original: 80 g)

1 EL Puderzucker (ich: weggelassen)

 

Nüsse klein hacken, mit Mehl, Butter, Ei und Zucker schnell verkneten und foliert ca. 1 h kalt stellen

Eine Tarteform (herausnehmbarer Boden) (25 cm) fetten. Teig auf passende Größe ausrollen und die Tarteform auskleiden. Rand hochziehen. Mit einer Gabel einstechen und bei ca. 190 °C ca. 18-20 min backen. In der Form auskühlen lassen.

Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Herausgekratztes Vanillemark (oder Paste) mit 400 ml Milch aufkochen. Zucker und Puddingpulver mit der restlichen Milch glatt rühren (jeder hat ja mal Pudding gekocht *g*) in die kochende Milch geben und anziehen lassen.

Gelatine ausdrücken, klassisch mit dem Pudding angleichen und verrühren. Creme Fraiche zugeben (Pudding darf noch warm sein). Masse auf den Tarteboden geben. Mindestens 3 h kalt stellen ( wie man am geschnittenen Tortenstück sieht, waren wir zuuuu gierig)

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Erdbeeren putzen, ca 300 g pürieren, Rest halbieren. Püree und Gelierzucker aufkochen und 3 min kochen lassen.

Großteil der gschnittenen Erdbeeren wild auf der Creme verteilen. Püree drüber träufeln, einen kleinen Rest zurückbehalten.

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Restliche Erdbeeren auflegen, restliche „Marmelade“ darüber verteilen.

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Essen. 🙂

 

Die Freude am Verlieren

2018 ging ein Gebot aus, dass sich alle Hausfrauen des „Ländles“ messen sollten, wer denn den Besten aller guten Käsekuchen fabrizieren könnte.

Nachdem ich in purer Selbstüberschätzung gedachte habe: Ha… das sacke ich ein, fixte ich noch ordentlich eine Arbeitskollegin an, doch bei diesem unfassbar guten Backwettbewerb der Baden-Württembergischen Verein der Milchwirtschaft mitzumachen.

Ich grübelte lange über ein Rezept, ich bin kein Erfinder von Rezepten, sondern ein klassischer „Nachbacker“ und irgendwie hat es sich dann ergeben, dass ich aus verschiedenen Käsekuchen (z.B. Felder und Hermé), einigen Abänderungen der Rezepte (ich musste ja die Vorgaben der Jury erfüllen) obigen Käsekuchen kreirt habe.

Dieser Käsekuchen ist wahnsinnig lecker und er hat….. nicht gewonnen. Nur unsere Herzen.

Aber – wie allgemein bekannt – das Beste kommt zum Schluß. Vor Wochen bekam ich überraschenderweise Post von der Milchwirtschaft…. mit der Bitte mich kurzfristig zu melden. Mein Rezept  habe zwar nicht gewonnen, soll aber in Ihrer Rezeptbroschüre erscheinen. Das macht mich schon etwas stolz – muss ich sagen.

Hier jetzt das Rezept, das zwar verloren, aber trotzdem für mich irgendwie gewonnen hat:

Käsekuchen Francaise für 24 cm-Springform mit hohem Rand

Mürbeteigboden:

75 g Süßrahmbutter, kalt gestückelt

15 g gemahlene Mandeln

50 g feiner Zucker

125 g Mehl 550er

1 verquirltes Ei

1 Prise Salz

etwas Zitronenabrieb, etwas Zimt

Aus allen Zutaten einen Mürbeteig herstellen, kalt stellen (mind. 2 h), danach ausrollen, 24er Springform auskleiden, Rand hochziehen, 20 min bei 180°C blindbacken, Backerbsen entfernen, nochmals 5 min im Ofen lassen. Dann vollständig auskühlen lassen

Bisquitboden:

1 Eiweiß steif schlagen

30 g feinsten Backzucker einrieseln lassen

1 Eigelb unter die Masse ziehen

15 g Mehl 405er mit 15 g Speisestärke mischen und vorsichtig unter die Masse heben

Ein Backblech mit Backpapier belegen und die Bisquitmasse rund aufstreichen, oder mit dem Dressierbeutel rund aufspritzen. 10 min. bei 180°C backen und dann vollständig auskühlen lassen.

Einen Kreis (20 cm Durchmesser) aus dem Bisquit stechen. Die Unterseite (!) mit einer säuerlichen Marmelade großzügig bestreichen (z.B. Orange – ich: Mango-Ananas) und mit der bestrichenen Seite mittig auf den Mürbeteig auflegen. Es sollten 1-2 cm Luft zwischen Bisquit und Mürbeteigrand sein.

Käsemasse:

500 g Quark 20% Fett

100 g Schmand

150 g feinster Backzucker

15 g Mehl

1 Ei

1 Eigelb

Vanillemark einer 1/2 Schote

ca. 25-40 g Schlagsahne (flüssig)

Alle Zutaten mit einem Schneebesen verrühren, das geht ziemlich fix. Die Sahne dient nur als „Flüssigkeitszufuhr“, falls die Masse zu fest ist.

In die Springform (mit den zwei Böden) einfüllen. Ein-, zweimal aufklopfen, dass die Luftblasen ggf. raus gehen.

Bei 120°C auf mittlerer Schiene ungefähr 70-80 min stocken lassen. Der Kuchen sollte nicht bräunen, darf aber „goldig“ werden.

Nach dem Backen vollständig (am besten über Nacht) auskühlen lassen (Kühlschrank). Einfrieren mit Form ist möglich, muss aber nicht sein.

Optional zum Schluß:

4 EL der verwendeten Marmelade durch ein Sieb in einen Topf streichen, mit minimal Wasser verdünnen und mit Tortenguß (ohne Zucker) aufkochen lassen. Vorsichtigt auf den kalten Kuchen gießen für die Abschlußschicht.

Übrigens: die Kollegin hat auch nicht gewonnen, aber bei einem späteren, anderen Backwettbewerb (keine Teilnahme von mir) tatsächlich einen der Preise abgeräumt. Ihr Käsekuchen ist auch super lecker!