Die Einfachheit der Dinge

Hooray! Der Pfefferminzprinz hatte Geburtstag! Pfefferminzprinz? Ja! Pfefferminzprinz. Das ist mein Spitzname für meinen Herzschatz. Wer sich fragt, wieso ebenjener diesen Spitznamen hat (oder sich vielleicht auch nicht fragt), bekommt hier die Antwort. Jedes Jahr gegen Ende des Sommers kocht mein Schatz „die Suppe“, das ist ein uralter Emailletopf voll mit Kräutern – die er ab dann jeden Morgen zum inhalieren nutzt (und selbstredend regelmässig neu ansetzt). Das ist ein supergruseliges Gebräu –  allerdings ist Herzschatz auch durchweg weniger erkältet als ich.

Zusätzlich mischt er sich eine Salbe für die Nase, die hauptsächlich aus Babycreme mit Pathenol und Teebaumöl besteht. Und wenn er dann abends das Badezimmer verlässt, hängt im Bad noch der Duft von Teebaumöl.

Am Anfang unserer Beziehung kannte ich „die Suppe“ noch nicht, das mit dem Teebaumöl (in hartnäckigen Wintern auch Tigerbalm) hab ich sehr schnell herausbekommen. Wir haben uns nämlich im Februar kennengelernt *lach*

So. Und wer jetzt noch nicht vollends abgesprungen ist und sich denkt: Ohje… was für komische Menschen – wird im Nachgang mit dem Lieblingsschokokuchen von Herzschatz belohnt, den es anlässlich seines Geburtstages gab. Den 2. Kuchen (Himbeer) gibt es dann im nächsten Beitrag.

Lieblingsschokoladenkuchen

Er besticht durch sein unspektakuläres Auftreten. Er ist nicht sehr süß, eher herb und leicht bekömmlich.

Allerdings ist dieser Schokoladenkuchen ein Verwandlungskünstler. Pur kommt er fast harmlos wie ein Brownie daher. Pimpen mit Sahne ist die einfache Möglichkeit noch etwas rauszuholen. Leicht warm mit Vanilleeis ist er unschlagbar, und wenn man noch einen Rest Fruchtmark (in diesem Falle Himbeer) übrig hat, ist der Kontrast von Schokolade und der Säure von der Frucht der Brüller! Zum Kaffee genauso geeignet, wie als Nachspeise!

200 g dunkle Schokolade (hier gilt die Devise: GUTE Schokolade nehmen. Entweder Lindt 70% in Einzelteile zerbrochen, oder Callebaut-Pellets mind. Nr. 811 und Valrhona geht natürlich immer!)

180 g Süßrahmbutter in Stücke geschnitten

1/2 ausgekratzte Masse von einer Vanilleschote

145 g feinster Backzucker

40 g Mehl (405), gesiebt

60 g gemahlenen Mandeln, am besten nochmals mit der Küchenmaschine gehäckselt

1 Prise Salz

1/2 TL Backpulver

4 Eiweiß, zu Schnee aufgeschlagen

4 Eigelb

Die Butter mit der Schokolade und dem Vanillemark erwärmen, bis eine homogene Masse entsteht. Vom Wasserbad nehmen kurz abkühlen lassen. In der Zwischenzeit die Eigelbe mit dem Zucker schaumig schlagen, die Schokoladenmasse langsam einrühren. Mehl mit Mandeln, Backpulver und Salz mischen und bei niedriger Stufe einrühren lassen. Sobald alles vermengt ist, 1/3 des Eischnees zügig einrühren, die restlichen 2/3 vorsichtig von Aussen nach Innen einarbeiten.

Entweder die Masse in eine gefettete, bemehlte Porzellantarteform 23 cm einfüllen oder in eine beschichtete 26 cm-Form mit herauslösbarem Boden, Tarteform wie auch die haushaltsübliche Springform sind geeignet.

DSCN0341

Der Kuchen wird bei 180 C Ober-/Unterhitze ca. 35-45 min gebacken, auf der mittleren Schiene. Sollte der Kuchen an den Rändern zu sehr dunkeln, bitte abdecken. Stäbchenprobe! Eher zu früh als zu spät aus dem Ofen nehmen. Er zieht noch nach und soll nicht zu trocken werden.

Wie oben bereits beschrieben genießen!

Viel Spaß

 

 

 

 

Netflix macht mich backen…..

Als bekennender Netflix-Junkie und Foodischist schaue ich gerne alle möglichen Back- und Kochsendungen. Großbritannienfan der ich bin, liebe ich „British Family Cooking Showdown“. Da ich bei Erscheinen dieses Beitrages in Inverness weile, dachte ich, die „Bakewell Tart“ aus Season 1 wäre was für heute 🙂

Kein klassischer Sonntag-Nachmittag-Kuchen, sondern ein „Tea-Time Treat“ ?! Schmeckt aber zu Kaffee ebenso hervorragend.

Das Rezept stammt von den Hairy Bakers

Teig:

280 g Mehl

1 Ei verquirlt

1 Eigelb

165 g Butter (kalt, Stücke)

65 g feiner Backzucker

Prise Salz

30 g gemahlene Mandeln

Alles – ausser den Eiern – miteinander verrühren, bis ein krümeliger Teig entsteht. Das Ei und das Eigelb zugeben und weiterrühren, bis ein geschmeidiger Teig zustande kommt. In Folie verpacken, 30 min kühlen. Herd vorheizen auf 180 C Ober-/Unterhitze.

Das Rezept ist für eine 23er Tarteform, er passt aber locker auch in eine 26er.

Nach der Kühlzeit den (leicht klebrigen Teig) mit Hilfe von Mehl auf Größe der Form ausrollen, in die (bemehlte) Form einlegen und einen Rand hochziehen. Den Rand mit Hilfe einer Gabel formen, einstechen und im vorgeheizten Ofen ca 15 min blindbacken. Die Backerbsen entfernen und noch etwas im Ofen lassen, bis der Teig die Feuchtigkeit verloren hat und nicht mehr glänzt. Auskühlen lassen.

Füllung:

300 g gemahlene Mandeln

130 g feiner Backzucker

6 Eier

Etwas Bittermandelaroma (oder Amaretto)

3 TL Himbeermarmelade (oder eine andere rote Marmelade)

(ich habe deutlich mehr benutzt und passiert – der Kerne wegen)

25 g Mandeln gehobelt (eine gute Hand voll)

Den Zucker und die gemahlenen Mandeln miteinander mischen und mit einem Handrührgerät die Eier und das Bittermandelaroma mit dem Zucker/Mandelgemisch vermixen.
Die ausgekühlte, vorgebackene Tarte großzügig mit der Himbeermarmelade bestreichen, darauf kommt die Mandel-Ei-Masse. Mit den gehobelten Mandeln bestreuen.

Nochmals für ca. 25 min backen. Auskühlen lassen. Mit ungesüsster Schlagsahne oder Vanilleeis sehr lecker.

img_20181113_185301

Viel Spaß!

Ostern – ein Nachtrag – oder: Wer solche Kollegen hat…..

Eine Kollegin hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass ich noch immer einen Eintrag zur Lachsquiche im Rückstand liege. Ich habe hier  auf den Folgepost verwiesen, der zwar kam (also der Folgepost), aber nicht mit DIESEM Rezept. Sorry.

Wird jetzt nachgeholt.

Ich mache die Lachsquiche immer dann gerne, wenn ich etwas „Herzhaftes“ mit in die Firma nehmen möchte. Oder im Sommer. Zu Salat auf dem Balkon ist das eine ganz sichere Nummer. Jeder mag sie. Sogar Leute, die sonst keinen Lachs mögen. Ersatzweise kann man aber den Lachs auch durch Kochschinken ersetzen. Von mir getestet und für durchaus aktzeptabel befunden. Bei Mitbring-Partys (Parties?) ist es sehr praktikabel. Man kann so ein Stückchen hervorragend in einer Hand halten, während man in der Anderen einen guten Grauburgunder festhält 🙂

Wie so oft kommt das Rezept von hier, wurde von mir aber ein klein wenig abgeändert. Veränderungen stehen mit Zusatz in Klammern

Boden:

200 g Mehl (405 oder 550)

100 g Butter (kalt)

1 Ei

Salz

4 EL Milch (ich: eiskaltes Wasser statt Milch)

Teig herstellen und mindestens 1 h kalt stellen. Dann eine Tarte/Quicheform damit auskleiden, Rand hochziehen (!). Mit einer Gabel einstechen und bei 180° Ober-/Unterhitze ca 10 min. blind backen (wird im Original nicht gemacht, macht sich aber bezahlt, weil die Quiche dann beim „richtigen backen“ weniger suppt und hinterher einfach m.M.n. eine besseren Geschmack und Konsistenz hat). Backerbsen entfernen, nochmals ca. 5 min backen, bis der feuchte Glanz weg ist.

In der Zwischenzeit

750 g Lauch (ich: 3 kleine Stangen oder 2 große Stangen)

2 EL Butter

300 g Räucherlachs (ich nehme immer eine Packung ?!)

6 EL Creme Fraiche (ich: 1 Becher Creme Fraiche oder Schmand)

4 Eier

etwas Zitronensaft

Salz, weisser Pfeffer (ich nehme Schwarzen- frisch gemahlen)

Muskat

ca 3 Stangen Porree säubern, in Ringe schneiden, mehrfach waschen (!) (Tip des Profikochs zu Hause: Porree immer ins Waschbecken in stehendes Wasser schmeissen, ca. 5 min drin lassen, der Sand sinkt zu Boden – Porree herausheben, Wasser ablassen, Waschbecken säubern und wiederholen – in der 2. Tour rubbel ich den Lauch immer auch ein bisschen)

Lauch gut abtropfen lassen und dann in ca. 2 EL Butter dünsten, bis er in sich zusammenfällt.

In eine Schüssel geben, abkühlen lassen, dann einen Becher Schmand / Creme Fraiche zugeben, Zitronensaft, die Eier und die Gewürze reinmischen – Achtung Vorsicht mit dem Salz, der Lachs bringt da schon einiges mit…

Die Masse dann auf dem abgekühlten Boden geben und bei ca. 200° so lange backen, bis er oben anfängt zu bräunen und das Ei stockt.

Lauwarm schmeckt er am Besten, wie gesagt optimal mit einem grünen Salat. Oder Wein. Oder beides 🙂

(Im obigen Bild ist die kleinste der Quiches ohne Schmand – auch lecker und für Laktoseproblematiker) Ggf. ein Ei mehr zufügen.

Viel Spaß

 

 

 

 

 

 

 

 

Jährliche Erinnerung an Klaus Kinski

img_20180520_133921

Ich bin so wild nach deinem Erdbeermund….. so oder so ähnlich skandierte Klaus Kinski seine Interpretation von Francois Villon 1975.

Jedes Jahr zur Erdbeerzeit denke ich daran, obwohl ich a) eigentlich zu jung bin, um das Gedicht zu kennen und b) Klaus Kinski nur als schrägen, schwierigen Schauspieler in Erinnerung habe.

Ohne weiteres Geschwafel jetzt zum eigentlichen Blogbeitrag:

Das Magazin essen & trinken hat vor ein paar Jahren ein „junges“ Magazin quartalsmäßig raus gebracht, dass wir ab dem ersten Heft innigst in unser Herz geschlossen hatten. „Deli“ wurde leider vor 1-2 Jahren wieder eingestampft. Offenbar waren unsere Quartalskäufe nicht ausreichend. Schade!

Trotzdem eines der besten Erdbeerkuchenrezepte. Das Rezept ist jetzt kostenfrei auf der essen & trinken-Seite zu finden (falls mir hier jemand nicht traut)

Erdbeertarte

Boden

80 g gesalzene Macadamianüsse

250 g Mehl

150 g Butter, kalte, kleine Stücke

1 Ei (M)

40 g Zucker

Creme

4 Blatt Gelatine (weiß)

1 Vanilleschote, oder Vanillepaste

500 ml Milch

1 Pk. Vanillepuddingpulver

50 g Zucker

250 g Creme Fraiche

Belag

1 kg Erdbeeren (Original: 1,2 kg)

60 g Gelierzucker (Original: 80 g)

1 EL Puderzucker (ich: weggelassen)

 

Nüsse klein hacken, mit Mehl, Butter, Ei und Zucker schnell verkneten und foliert ca. 1 h kalt stellen

Eine Tarteform (herausnehmbarer Boden) (25 cm) fetten. Teig auf passende Größe ausrollen und die Tarteform auskleiden. Rand hochziehen. Mit einer Gabel einstechen und bei ca. 190 °C ca. 18-20 min backen. In der Form auskühlen lassen.

Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Herausgekratztes Vanillemark (oder Paste) mit 400 ml Milch aufkochen. Zucker und Puddingpulver mit der restlichen Milch glatt rühren (jeder hat ja mal Pudding gekocht *g*) in die kochende Milch geben und anziehen lassen.

Gelatine ausdrücken, klassisch mit dem Pudding angleichen und verrühren. Creme Fraiche zugeben (Pudding darf noch warm sein). Masse auf den Tarteboden geben. Mindestens 3 h kalt stellen ( wie man am geschnittenen Tortenstück sieht, waren wir zuuuu gierig)

img_20180520_101830

Erdbeeren putzen, ca 300 g pürieren, Rest halbieren. Püree und Gelierzucker aufkochen und 3 min kochen lassen.

Großteil der gschnittenen Erdbeeren wild auf der Creme verteilen. Püree drüber träufeln, einen kleinen Rest zurückbehalten.

img_20180520_124749

Restliche Erdbeeren auflegen, restliche „Marmelade“ darüber verteilen.

img_20180520_125336-1

Essen. 🙂