Luftikus

Als Kind mochte ich Baiser nicht. Diese harten, trockenen, staubigen Dinger, die man meist bei älteren Leuten bekommen hat. Die lagen auch immer beim Bäcker in der Auslage und ich wusste nie, wer zur Hölle diese traurigen Teile kauft. Es war mir unerklärlich.

Als ich das erste Mal einen Eton-Mess gegessen habe, änderte ich meine Meinung. Die Leichtigkeit des Desserts – obwohl pure Kalorien – fand ich superlecker.

Nachdem ich mich immer mehr der französischen Patisserie verschreibe, komme ich um diverse Baiser-Massen auch nicht herum. Kalte Baisers, die gebacken werden, Baisers, die mit heißem Zucker haltbar gemacht werden usw.

Hier jetzt der Versuch einen Un-Verunfallten Eton Mess, sprich eine Pavlova (Pawlova) als Miniaturen für die Nachspeise herzustellen.

Zutaten:

6 x Eiweiß (aus den Eigelben habe ich am nächsten Tag Vanilleeis nach Lara Linster gemacht)

330 g Zucker

30 g Speisestärke

1-2 TL Balsamico Essig (weiß)

Tipp: den Schneebesen des Handrührgerätes oder der Küchenmaschine kurz mit Salz o. Essig abwischen und trocken reiben, so stellt man sicher, dass sich keine Fettreste am Schneebesen befinden.

Eiweiß aufschlagen, nach und nach den Zucker einrieseln lassen. Wenn der Zucker komplett weg ist, noch ca. 3-5 min weiterschlagen lassen. Dann den Essig dazukippen und die Speisestärke hineinsieben und noch kurz unterrühren lassen.

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Entweder füllt man die Masse dann in einen Spritzbeutel und spritzt ungefähr gleichgroße, geschlossene Ringe mit kleinem Rand auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech oder man formt kleine „Brunnen“ mit einem Eßlöffel.

Wer eine große Pavlova macht, knallt halt alles auf einmal auf das Backpapier *g*

Ich habe es diesmal mit „schön“ versucht, wobei Spritzbeutel und ich werden keine Freunde….. vielleicht sollte ich mal einen Kurs besuchen ….

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Wer noch etwas übrig hat, macht halt noch Schäumle

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Die Mini-Pavlovas dürfen bei 100 C Ober-/Unterhitze dann ca. 50 min im Backofen bleiben. Sie sollen nicht bräunen

Die Schäumle brauchen nur 20 min. Eine große Pavlova gerne mal 70-90 min.

Test: Aussen muss sie leicht brüchig sein, knusprig und innen noch weich (Ich habe kurz mit dem Finger dagegen gestippt)

Während die Teilchen im Ofen waren, habe ich Erdbeeren gewaschen, gesäubert, halbiert und mit etwas Zucker versehen, damit sie etwas Saft ziehen.

Wenn die Pavlovas aus dem Ofen sind, auskühlen durften und nicht bis zum nächsten Tag luftdicht verschlossen auf ihre Bestimmung warten, kann man sie fertig stellen:

200 ml Sahne fast steif schlagen, ggf. süßen (Geschmackssache)

Einen Klecks Sahne auf eine Mini-Pavlova geben, oben auf die Erdbeeren mit Saft.

(Bei der Großen dann entsprechend alles)

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Das im Hintergrund (das kleine Glas) ist Rhabarberkompott (für Leute, die Rhabarber mögen). Hier nur Rhabarber schälen, klein schneiden, mit etwas Apfelsaft einkochen lassen, nach Geschmack süßen.

Die Leichtigkeit des Ganzen hat mich wirklich umgehauen. Eine kleine süße Wolke, die quasi sofort verschwunden ist, kaum dass man sie zu Mund geführt hat. Die Erdbeeren (Rhabarber) steuern die nötige Säure bei und insgesamt ein leichtes (nicht kalorienbezogen) Dessert. Für den Sommer hervorragend geeignet.

 

Viel Spaß!

 

 

 

 

 

 

Wenn das Leben dir Zitronen gibt…

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mach Limonade draus…. oder eben einen Lemon Merengue Pie.

 

Vor ein paar Jahren habe ich mal einen Film gesehen, der irgendwie bei mir hängen geblieben ist. „Toast“, Liebe geht durch den Magen. Mit Helena Bonham-Carter (kennt bestimmt jeder)  und Freddie Highmore (der aus Charlie und die Schokoladenfabrik). Ich habe den Film vermutlich geschaut, weil ich britische Filme einfach mag… mir wurde erst während des Films bewusst, dass es um einen (mir unbekannten, aber wohl sehr berühmten) britischen Koch geht. Ein immer wieder kehrender, wichtiger Bestandteil des Films ist eine Lemon Merengue Pie, die mir wahnsinnig gut gefallen hat.

Jetzt bin ich zu einem würdigen Rezept gekommen, der wohl der Pie im Film in nichts nachstehen dürfte…. wir waren begeistert, auch wenn die Pie sehr, sehr süß ist.

Beides (Film und Pie) sind zu empfehlen.

Lemon Merengue Pie für eine 24 cm-Tarte-Form

Teig:

100 g Butter sehr kalt, in kleine Würfel geschnitten

40 g Pflanzenfett sehr kalt, in kleine Würfel geschnitten

200 g Mehl

etwas Salz

1 TL Zucker

75 ml eiskaltes Wasser

Alles schnell zu einem Teig verarbeiten und unbedingt mindestens 1 h kalt stellen. Der Teig ist wirklich klebrig.

Füllung:

150 g Zucker

50 Maisstärke

2 ganze Eier und 5 Eigelbe (Eiweiß wird für die Merengue gebraucht)

130 ml Zitronensaft

Abrieb v. mind. 2 Zitronen, gerne mehr

1 Prise Salz

120 g Butter, kalt und in Würfel geschnitten

Die trockenen Zutaten miteinander verrühren und nach Zugabe des Zitronensaftes und der verquirlten Eier/Eigelbe langsam in einem geräumigen Topf erhitzen. Solange beständig rühren, bis die Masse anzieht und zu stocken beginnt. Vóm Herd ziehen, wenn die Masse ungefähr die Konsistenz von Pudding hat.

Sofort die kalte Butter zufügen und glatt rühren. Abkühlen lassen.

In der Zwischenzeit den Teig ausrollen, eine gebutterte Tarteform auskleiden, über den Rand hochziehen (hat bei mir nicht wirklich geklappt), mit einer Gabel einstechen (hab ich vergessen) und 15 min. bei 200°C blind backen. Dann die Backerbsen entfernen und nochmals 10 min. backen, bis der Teig goldgelb ist.

Auf den abgekühlten Boden die Zitronenmasse (Lemon Curd) geben.

Merengue:

5 Eiweiß (die von vorhin)

Prise Salz

150 g Zucker

Eiweiß mit dem Salz aufschlagen, teelöffelweise den Zucker zugeben und so lange schlagen, bis der Eischnee so fest ist, daß die Spitzen stehen bleiben. Das dauert etwas.

Dann den Eischnee auf die Tarte kuppelförmig aufstreichen und mit Hilfe eines Eßlöffels Spitzen nach oben ziehen.

Im Ofen bei 180°C 10-15 min backen, bis er oben anfängt zu bräunen, aber noch nicht zu dunkel ist.

2 Stunden durchkühlen lassen (mindestens).

Eher Nachspeise, denn Kuchen zum Kaffee….

Viel Spaß!