Die Freude am Verlieren

2018 ging ein Gebot aus, dass sich alle Hausfrauen des „Ländles“ messen sollten, wer denn den Besten aller guten Käsekuchen fabrizieren könnte.

Nachdem ich in purer Selbstüberschätzung gedachte habe: Ha… das sacke ich ein, fixte ich noch ordentlich eine Arbeitskollegin an, doch bei diesem unfassbar guten Backwettbewerb der Baden-Württembergischen Verein der Milchwirtschaft mitzumachen.

Ich grübelte lange über ein Rezept, ich bin kein Erfinder von Rezepten, sondern ein klassischer „Nachbacker“ und irgendwie hat es sich dann ergeben, dass ich aus verschiedenen Käsekuchen (z.B. Felder und Hermé), einigen Abänderungen der Rezepte (ich musste ja die Vorgaben der Jury erfüllen) obigen Käsekuchen kreirt habe.

Dieser Käsekuchen ist wahnsinnig lecker und er hat….. nicht gewonnen. Nur unsere Herzen.

Aber – wie allgemein bekannt – das Beste kommt zum Schluß. Vor Wochen bekam ich überraschenderweise Post von der Milchwirtschaft…. mit der Bitte mich kurzfristig zu melden. Mein Rezept  habe zwar nicht gewonnen, soll aber in Ihrer Rezeptbroschüre erscheinen. Das macht mich schon etwas stolz – muss ich sagen.

Hier jetzt das Rezept, das zwar verloren, aber trotzdem für mich irgendwie gewonnen hat:

Käsekuchen Francaise für 24 cm-Springform mit hohem Rand

Mürbeteigboden:

75 g Süßrahmbutter, kalt gestückelt

15 g gemahlene Mandeln

50 g feiner Zucker

125 g Mehl 550er

1 verquirltes Ei

1 Prise Salz

etwas Zitronenabrieb, etwas Zimt

Aus allen Zutaten einen Mürbeteig herstellen, kalt stellen (mind. 2 h), danach ausrollen, 24er Springform auskleiden, Rand hochziehen, 20 min bei 180°C blindbacken, Backerbsen entfernen, nochmals 5 min im Ofen lassen. Dann vollständig auskühlen lassen

Bisquitboden:

1 Eiweiß steif schlagen

30 g feinsten Backzucker einrieseln lassen

1 Eigelb unter die Masse ziehen

15 g Mehl 405er mit 15 g Speisestärke mischen und vorsichtig unter die Masse heben

Ein Backblech mit Backpapier belegen und die Bisquitmasse rund aufstreichen, oder mit dem Dressierbeutel rund aufspritzen. 10 min. bei 180°C backen und dann vollständig auskühlen lassen.

Einen Kreis (20 cm Durchmesser) aus dem Bisquit stechen. Die Unterseite (!) mit einer säuerlichen Marmelade großzügig bestreichen (z.B. Orange – ich: Mango-Ananas) und mit der bestrichenen Seite mittig auf den Mürbeteig auflegen. Es sollten 1-2 cm Luft zwischen Bisquit und Mürbeteigrand sein.

Käsemasse:

500 g Quark 20% Fett

100 g Schmand

150 g feinster Backzucker

15 g Mehl

1 Ei

1 Eigelb

Vanillemark einer 1/2 Schote

ca. 25-40 g Schlagsahne (flüssig)

Alle Zutaten mit einem Schneebesen verrühren, das geht ziemlich fix. Die Sahne dient nur als „Flüssigkeitszufuhr“, falls die Masse zu fest ist.

In die Springform (mit den zwei Böden) einfüllen. Ein-, zweimal aufklopfen, dass die Luftblasen ggf. raus gehen.

Bei 120°C auf mittlerer Schiene ungefähr 70-80 min stocken lassen. Der Kuchen sollte nicht bräunen, darf aber „goldig“ werden.

Nach dem Backen vollständig (am besten über Nacht) auskühlen lassen (Kühlschrank). Einfrieren mit Form ist möglich, muss aber nicht sein.

Optional zum Schluß:

4 EL der verwendeten Marmelade durch ein Sieb in einen Topf streichen, mit minimal Wasser verdünnen und mit Tortenguß (ohne Zucker) aufkochen lassen. Vorsichtigt auf den kalten Kuchen gießen für die Abschlußschicht.

Übrigens: die Kollegin hat auch nicht gewonnen, aber bei einem späteren, anderen Backwettbewerb (keine Teilnahme von mir) tatsächlich einen der Preise abgeräumt. Ihr Käsekuchen ist auch super lecker!