Was soll das? – Alexanderkuchen nach H.Grönemeyer

Als Zugpendler versucht man ja immer irgendwie die Geräusche auszublenden. Als ich vor ca. 6 Jahren das pendeln angefangen habe, war meine erste Anschaffung ein iPod. Mittlerweile nutze ich den fast nicht mehr, da ich fast nur noch Podcasts über mein Tablet höre, oder netflixe.

Da ich 5 Tage die Woche pendel, aber kein Podcast das alleine wuppen kann *g*, höre ich mehrere. Je nach Stimmung. Zur Zeit höre ich immer mal wieder eine Folge von „Alles gesagt?!“ – sehr empfehlenswert. Die Stimmen der beiden Moderatoren sind unfassbare Ohrenschmeichler 🙂

Diese Woche habe ich mir das „Interview“ mit Herbert Grönemeyer angehört. Und da bei diesem Podcast immer gegessen und getrunken wird, wurde hier unter Anderem der Lieblingskuchen von Herrn G. verkostet. Da er so geschwärmt hat, war natürlich meine Neugierde geweckt. Hier also das Ergebnis.
Alexanderkuchen n. H. Grönemeyer
Teig:

250 g Mehl (ich 405)

140 g Butter (kalt gestückelt)

2 schwach gehäufte EL Zucker

1 Prise Salz

1 Eigelb

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zügig zu einem Mürbteig verarbeiten, mind. 30 min kalt stellen, danach in zwei Hälften teilen und Teil 1 zwischen zwei Stück Backpapier ausrollen (so gut es ergeht, der Teig ist wahnsinnig brüchig) Teil 2 im Kühlschrank parken. Mit Hilfe des Backpapiers den Teig in eine Tarte-/ oder Springform v. ca 20 cm bugsieren und andrücken. Dabei einen etwa 2 cm hohen Rand stehen lassen.

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Füllung:

3 großzügige EL Aprikosenmarmelade

250 g Magerquark (ich 20%iger)

4 schwach gehäufte EL Zucker

1 Eigelb

Den Boden des Kuchens mit der Marmelade großzügig bestreichen, aber darauf achten, dass der Rand nicht mitbestrichen wird (ist mir nicht immer gelungen) – sonst klebt der Kuchen zu fest an der Form.

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Den Quark mit dem Ei und dem Zucker gründlich verrühren und auf die Marmelade geben. Auch hier den Rand (nach Möglichkeit frei lassen).

Wie vorher jetzt Teil 2 des Teiges ebenfalls zwischen dem Backpapier ausrollen und den Kuchen damit abdecken. Die Ränder gut verschließen. Das geht am besten mir den Fingern oder einer Gabel. Vorsichtig kleine Luftlöcher in den Deckel stupfen (Gabel).

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In den vorgeheizten Ofen 180 C Ober/Unterhitze etwa 40 min backen. Es kommt keine Eistreiche auf den Kuchen! Er sollte oben etwas bräunen, aber nicht zu sehr.

Nach dem Backen komplett abkühlen lassen, mit Puderzucker bestäuben und vorsichtig aus der Form lösen. Er ist nach wie vor sehr brüchig.

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Epilog:

Uns schmeckt er. Es ist jetzt nicht die hohe Kunst der Patisserie, aber doch sehr lecker zu Kaffee oder Tee. Der Aufwand hält sich in Grenzen und die Materialien hat man meist eh im Haus. Geschmacklich erinnert er mich etwas an Spitzbuben.

Viel Spaß!

Mirrorglaze, oder: warum ich Möpse mag

Mirrorglaze ist ja hip. Mirrorglaze muss man mal ausprobieren. Naja… kann man, muss man aber vielleicht nicht. Ich bin im Normalfall nicht so begeistert von „hippen“ Torten und kann mich mit Fondant u. Co. so gar nicht anfreunden. Ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass alles an einem Kuchen / an einer Torte gerne gegessen werden sollte. Und Fondant, Puffreis, dicke Marzipanschichten gehören für mich nicht dazu. Völlig unabhängig davon, dass ich für Fondant (habe es einmal versucht) total ungeeignet bin. Fondant ist für mich ne Zicke 🙂 Und hinterher war die Küche grün. Leider gibt es von diesem Versuch keine Fotos…. *lach*

Jetzt aber zum Mirrorglaze. Jahaaa. Ich habe mich durch die wunderbare Welt des Internets hinreissen lassen und musste unbedingt den Mirrorglaze ausprobieren.

Es gelang, wenn auch mit – sagen wir mal – Abstrichen. Der „Glaze“ wurde bei mir nie wirklich fest und antastbar, was wohl sein sollte. Vermutlich habe ich zu wenig Gelatine genommen. Deshalb gibt es hier auch kein Rezept, sondern nur die Fotos.

Geschmacklich war es mega.. nur eben obenrum etwas schleimig.

Und der Titel? Nachdem ich fertig war und mein Werk voller Stolz mehreren Personen gezeigt habe, kam von mehr als einer Seite: „Dir ist aber schon aufgefallen, dass es etwas von Möpsen hat?“ ich verschweige hier, dass der Mirrorglaze in meiner Vorstellung knallrot hätte werden sollen…..

Zum Inhalt (falls jemand etwas mit mehr Erfolg nachbasteln möchte): Vanillequark als Füllung, zur Sicherheit mit Gelatine verbunden, einreduzierte Orangenstücke mit Saft und Gelatine, über Nacht eingefroren und dann in den Quark hineingedrückt. Als Boden mussten schnöde – vor längerer Zeit gebackene –  Eierkekse herhalten.

Einzeln sind die Komponenten sehr lecker, ich kann mir das gut als Nachspeise im Glas geschichtet vorstellen.

Irgendwann mal…. wenn ich wieder Mut gefasst habe, werde ich diesen verd…ten Mirrorglaze nochmal machen…. aber dann richtig.

Die Freude am Verlieren

2018 ging ein Gebot aus, dass sich alle Hausfrauen des „Ländles“ messen sollten, wer denn den Besten aller guten Käsekuchen fabrizieren könnte.

Nachdem ich in purer Selbstüberschätzung gedachte habe: Ha… das sacke ich ein, fixte ich noch ordentlich eine Arbeitskollegin an, doch bei diesem unfassbar guten Backwettbewerb der Baden-Württembergischen Verein der Milchwirtschaft mitzumachen.

Ich grübelte lange über ein Rezept, ich bin kein Erfinder von Rezepten, sondern ein klassischer „Nachbacker“ und irgendwie hat es sich dann ergeben, dass ich aus verschiedenen Käsekuchen (z.B. Felder und Hermé), einigen Abänderungen der Rezepte (ich musste ja die Vorgaben der Jury erfüllen) obigen Käsekuchen kreirt habe.

Dieser Käsekuchen ist wahnsinnig lecker und er hat….. nicht gewonnen. Nur unsere Herzen.

Aber – wie allgemein bekannt – das Beste kommt zum Schluß. Vor Wochen bekam ich überraschenderweise Post von der Milchwirtschaft…. mit der Bitte mich kurzfristig zu melden. Mein Rezept  habe zwar nicht gewonnen, soll aber in Ihrer Rezeptbroschüre erscheinen. Das macht mich schon etwas stolz – muss ich sagen.

Hier jetzt das Rezept, das zwar verloren, aber trotzdem für mich irgendwie gewonnen hat:

Käsekuchen Francaise für 24 cm-Springform mit hohem Rand

Mürbeteigboden:

75 g Süßrahmbutter, kalt gestückelt

15 g gemahlene Mandeln

50 g feiner Zucker

125 g Mehl 550er

1 verquirltes Ei

1 Prise Salz

etwas Zitronenabrieb, etwas Zimt

Aus allen Zutaten einen Mürbeteig herstellen, kalt stellen (mind. 2 h), danach ausrollen, 24er Springform auskleiden, Rand hochziehen, 20 min bei 180°C blindbacken, Backerbsen entfernen, nochmals 5 min im Ofen lassen. Dann vollständig auskühlen lassen

Bisquitboden:

1 Eiweiß steif schlagen

30 g feinsten Backzucker einrieseln lassen

1 Eigelb unter die Masse ziehen

15 g Mehl 405er mit 15 g Speisestärke mischen und vorsichtig unter die Masse heben

Ein Backblech mit Backpapier belegen und die Bisquitmasse rund aufstreichen, oder mit dem Dressierbeutel rund aufspritzen. 10 min. bei 180°C backen und dann vollständig auskühlen lassen.

Einen Kreis (20 cm Durchmesser) aus dem Bisquit stechen. Die Unterseite (!) mit einer säuerlichen Marmelade großzügig bestreichen (z.B. Orange – ich: Mango-Ananas) und mit der bestrichenen Seite mittig auf den Mürbeteig auflegen. Es sollten 1-2 cm Luft zwischen Bisquit und Mürbeteigrand sein.

Käsemasse:

500 g Quark 20% Fett

100 g Schmand

150 g feinster Backzucker

15 g Mehl

1 Ei

1 Eigelb

Vanillemark einer 1/2 Schote

ca. 25-40 g Schlagsahne (flüssig)

Alle Zutaten mit einem Schneebesen verrühren, das geht ziemlich fix. Die Sahne dient nur als „Flüssigkeitszufuhr“, falls die Masse zu fest ist.

In die Springform (mit den zwei Böden) einfüllen. Ein-, zweimal aufklopfen, dass die Luftblasen ggf. raus gehen.

Bei 120°C auf mittlerer Schiene ungefähr 70-80 min stocken lassen. Der Kuchen sollte nicht bräunen, darf aber „goldig“ werden.

Nach dem Backen vollständig (am besten über Nacht) auskühlen lassen (Kühlschrank). Einfrieren mit Form ist möglich, muss aber nicht sein.

Optional zum Schluß:

4 EL der verwendeten Marmelade durch ein Sieb in einen Topf streichen, mit minimal Wasser verdünnen und mit Tortenguß (ohne Zucker) aufkochen lassen. Vorsichtigt auf den kalten Kuchen gießen für die Abschlußschicht.

Übrigens: die Kollegin hat auch nicht gewonnen, aber bei einem späteren, anderen Backwettbewerb (keine Teilnahme von mir) tatsächlich einen der Preise abgeräumt. Ihr Käsekuchen ist auch super lecker!